Stand: 01.04.2016 21:45 Uhr

Braunschweig beendet seine Sieglos-Serie

von Florian Neuhauss, NDR.de
Gerrit Holtmann (2.v.r.) brachte die Eintracht mit einem sehenswerten Treffer zurück ins Spiel.

Die "Löwen" können doch noch zubeißen: Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig hat am Freitagabend nach zuvor sechs sieglosen Partien in Serie sein Heimspiel gegen den SC Paderborn mit 2:1 (2:1) gewonnen. Torsten Lieberknecht hatte sein Team nach den enttäuschenden Wochen, in denen der Aufstiegszug ohne den BTSV abgefahren war, extra in der Länderspielpause in ein Kurz-Trainingslager gebeten. "Ich bin stolz auf meine Truppe", sagte der Trainer, "und auf unsere Fans, die ein unglaubliches Gespür hatten, die Mannschaft zu unterstützen." Aufgrund der Personalknappheit kam bei den Niedersachsen neben Damir Vrancic (als Joker) auch Niko Kijewski zu seinem ersten Saisoneinsatz. Der U19-Nationalspieler feierte neben den drei Punkten als Innenverteidiger vor den 20.685 Zuschauern auch sein Profidebüt. Für Paderborns René Müller war es derweil die erste Niederlage im vierten Spiel als Profi-Trainer.

Eintracht nach kalter Dusche hellwach

Die besondere Vorbereitung schien schnell Wirkung zu zeigen. Noch keine Minute war gespielt, da setzte sich Salim Khelifi mit einem technisch feinen Solo rechts durch - seine scharfe Hereingabe verpasste Jan Hochscheidt in der Mitte nur knapp. Doch wenig später war es mucksmäuschenstill im Eintracht-Stadion. Jedenfalls fast. Denn der Jubel bei den Paderbornern war groß. Mirko Boland verlor im Aufbau den Ball, Süleyman Koc brach seinerseits über rechts durch und fand mit seinem Rückpass am Sechzehner Moritz Stoppelkamp. Ausgerechnet der Ex-Hannoveraner schlenzte den Ball zur Gästeführung ins Netz (2.). Nur vier Minuten später hätten die Ostwestfalen um ein Haar erneut zugeschlagen. Doch BTSV-Keeper Rafal Gikiewicz verhinderte dies mit gleich zwei starken Paraden, erst gegen Florian Hartherz, dann gegen Stoppelkamp. Auch bei Kocs Schuss war Gikiewicz schnell unten im bedrohten Eck (19.).

28.Spieltag, 01.04.2016 18:30 Uhr

  • Braunschweig
  • 2:1


  • Paderborn 07

Tore: 0:1 Stoppelkamp (2.) 1:1 Holtmann (29.) 2:1 Hochscheidt (32.)
Braunschweig: Gikiewicz - Baffo, Decarli, Kijewski - Hochscheidt, Schönfeld (82. D. Vrancic), Boland, K. Reichel - Khelifi, P. Tietz (62. Ademi), Holtmann (73. Omladic) -
Paderborn 07: Heuer Fernandes - Heinloth (89. Pepic), Hoheneder, Wahl, Hartherz - Wydra (46. Bertels), Bakalorz - Koc (79. Saglik), Stöger, Stoppelkamp - Helenius
Zuschauer: 20685

Weitere Daten zum Spiel

Auf der anderen Seite musste sich SCP-Torwart Daniel Heuer Fernandes erst in der 21. Minute auszeichnen, hielt gegen Khelifi stark (21.). Der Ausgleich fiel aus dem vielzitierten Nichts, diesmal schalteten die Braunschweiger schnell um: Patrick Schönfeld spielte rechts zu Gerrit Holtmann, der im Sechzehner wieder zu Schönfeld passte. Der Mittelfeldmann drehte sich einmal um die eigene Achse und vollendete dann den doppelten Doppelpass. Holtmann blickte kurz auf und schoss den Ball dann im hohen Bogen über Heuer Fernandes hinweg ins lange Eck - ein "Traumtor" (29.). Und plötzlich war es ein ganz anderes Spiel. Einen Eckstoß beförderte Saulo Decarli per Kopf zu Hochscheidt, der aus kurzer Distanz zur 2:1-Führung für Braunschweig einnickte (32.). Plötzlich rollte eine Angriffswelle nach der anderen auf Heuer Fernandes zu, doch Holtmann (37./40.) traf nicht noch einmal. Und fast hätte sich das unmittelbar vor dem Pausenpfiff bereits gerächt. Aber Schiedsrichter Günter Perl verwehrte Koc den fälligen Elfmeter, nachdem dieser von Gikiewicz umgegrätscht worden war.

Gikiewicz lässt sich kein zweites Mal bezwingen

Das neue Selbstvertrauen zeigte Holtmann allerdings auch kurz nach der Pause. Der 21-Jährige schoss einen Freistoß aus gut 30 Metern direkt aufs Tor, Heuer Fernandes konnte den Ball mit den Fingerspitzen gerade noch über die Latte lenken (49.). Ansonsten war nach dem Seitenwechsel längst nicht mehr so viel Zug im Spiel wie noch vor der Pause. Bis zur nächsten ernsthaften Torgelegenheit dauerte es 13 Minuten, Gikiewicz war aber weiter hellwach und parierte Kocs Schuss. Die Eintracht hatte das Spiel im Griff - konnte einzelne Nadelstiche der Gäste zwar nicht verhindern, sich aber weiter auf den polnischen Keeper verlassen. Nach einer Hartherz-Hereingabe klärte Gikiewicz die unübersichtliche Situation vor seinem Tor (68.). Auf der anderen Seite hätte Nik Omladic den Deckel auf den Sieg machen können, der Joker traf beim Schuss aus sechs Metern aber den Ball nicht richtig und scheiterte wie Khelifi (90.) am starken Heuer Fernandes. Dennoch reichte es für die "Löwen", die die Gäste in der Schlussphase geschickt vom eigenen Tor fernhielten.

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