Stand: 15.07.2015 12:57 Uhr

Matuschyk verleiht den "Löwen" Hörner

von Florian Neuhauss, NDR.de

Eintracht Braunschweig ist kaum wiederzuerkennen. Die Mannschaft hat nach vielen Jahren der Kontinuität ein neues Gesicht bekommen. Unter den insgesamt zwölf Abgängen des Fußball-Zweitligisten sind prominente Namen wie Dennis Kruppke, Deniz Dogan und Benjamin Kessel. Marc Arnold hat den Umbruch von langer Hand geplant - und noch nicht abgeschlossen. "Bei uns wird sich sicher noch etwas tun - in der Offensive, aber auch in der Defensive", sagt der 44-Jährige NDR.de. Zusammenhalten soll die Mannschaftsteile Adam Matuschyk. Der 26-Jährige war Anfang Mai nicht von ungefähr der erste Zugang der Eintracht. Die Verpflichtung des polnischen Nationalspielers a.D. vom 1. FC Köln ist so etwas wie der Königstransfer des Sommers, auch wenn er ablösefrei kam. Der in Köln ausgemusterte Matuschyk soll in Braunschweig wieder eine Hauptrolle spielen - und freut sich auf die neue Herausforderung.

Adam Matuschyk, Sie haben schon in Braunschweig unterschrieben, als noch nicht klar war, ob die "Löwen" den Wiederaufstieg schaffen würden. Wieso haben Sie sich so früh für die Eintracht entschieden?

Matuschyk: Ich habe einen ambitionierten Verein gesucht, bei dem ich eine gute Rolle spielen kann. Und den habe ich in der Eintracht gefunden. Die Liga war für mich nicht so entscheidend. Aber als alles klar war, habe ich die letzten Spiele der Braunschweiger natürlich sehr intensiv verfolgt. Schade, dass es mit der Bundesliga-Rückkehr nicht geklappt hat.

Trainer Torsten Lieberknecht beorderte Sie als einen von nur drei Feldspielern in jedem Testspiel in die Startformation. Ist für Sie die Einsatzzeit in der Vorbereitung besonders wichtig?

Matuschyk: Ja, jede Minute. Ich habe in der vergangenen Saison nicht mehr regelmäßig gespielt. Allerdings war ich auch nie verletzt - und bin schon wieder auf einem guten Niveau.

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Ihren Namen sucht man trotzdem in der Vorbereitungs-Torschützenliste vergeblich. Sehen Sie ihre Aufgabe vor allem in der Defensive?

Matuschyk: Nein, ich soll mich schon auch mit in die Offensive einschalten. Die Tore habe ich mir für die Pflichtspiele aufgehoben (lacht).

Das Spiel der Eintracht krankte in den vergangenen Jahren zu oft daran, dass niemand im Mittelfeld das Heft in die Hand nahm, wenn es drauf ankam. Auf der Suche nach einer Lösung geriet schnell Matuschyk ins Visier. "Adam ist unheimlich ballsicher. Er hat eine gute Technik und eine hohe Passquote, verliert kaum mal den Ball", beschreibt Arnold den Neuzugang. Lieberknecht preist die strategischen Fähigkeiten des Spielers. Dass er ligaunabhängig bei den Niedersachsen zugesagt hatte, ließ sein Ansehen bei den Braunschweigern weiter steigen.

Von Ihnen stammt der Satz: "Ein Teil von mir wird immer in Köln bleiben." Sind Sie mittlerweile ganz in Braunschweig angekommen?

Matuschyk: Ich bin selbst überrascht, wie gut es geklappt hat. Ich freue mich auf die neue Herausforderung, der Tapetenwechsel tut mir gut und ist wichtig für meine Karriere. Auch mit Blick auf die polnische Nationalmannschaft.

Kurz nach der Vertragsunterschrift in Braunschweig sprachen Sie in einem Interview schon von einer möglichen Rückkehr nach Köln. Wie schwer fiel Ihnen der Abschied nach zwölf Jahren am Rhein?

Matuschyk: Der Geißbock wird immer ein Teil von mir sein. Aber im Fußball kann es mitunter ganz schnell gehen. Jetzt habe ich einen kompletten Neuanfang und werde alles für die Eintracht geben.

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Der Abschied aus Köln und vom FC fiel Adam Matuschyk schwer.

Es gab schon im Winter Angebote. Haben Sie den Wechsel rückblickend zu lange vor sich hergeschoben?

Matuschyk: Ich bereue nicht, dass ich noch ein halbes Jahr länger geblieben bin - auch wenn ich gehofft hatte, in der Rückrunde häufiger als zuvor zum Einsatz zu kommen und nicht noch weniger. Ich hatte zwölf sehr schöne Jahre in Köln und wollte den FC nicht einfach im Winter verlassen, zumal ein Vereinswechsel während der Saison auch nicht einfach ist. Aber die Mannschaft hat es gut gemacht. Das kann ich neidlos anerkennen. Es ist für mich nachvollziehbar, dass der Trainer keinen Grund hatte, an seiner Formation groß etwas zu ändern. Auch wenn das für mich persönlich natürlich schwierig war. Der Klassenerhalt stand über allem. Ich bin ich jetzt 26 Jahre alt und hoffe, dass ich noch einige schöne Jahre vor mir habe.

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