Stand: 18.03.2016 20:24 Uhr

Braunschweigs schlechte Serie geht weiter

von Ingmar Deneke, NDR.de

Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig ist zum sechsten Mal in Folge sieglos geblieben. Das Team von Trainer Torsten Lieberknecht verlor am Freitagabend bei Union Berlin mit 1:3 (0:0). Die Niedersachsen traten zum Auftakt des 27. Spieltags insgesamt zu harmlos auf und konnten dem Gegner am Ende nicht mehr entscheidend gefährlich werden. In der Tabelle musste die Eintracht (35 Punkte) die Berliner (36) vorbeiziehen lassen und rutschte vorerst auf den neunten Rang ab. Kapitän Ken Reichel ärgerte sich: "Wir belohnen uns momentan einfach nicht. Daran müssen wir arbeiten". Emotionaler Höhepunkt der Partie war das Comeback von Berlins Benjamin Köhler, der eine Krebserkrankung überwunden hatte.

"Eisern Union" eiskalt gegen lahme "Löwen"

Tietz verpasst schnelle Eintracht-Führung

27.Spieltag, 18.03.2016 18:30 Uhr

  • Union Berlin
  • 3:1


  • Braunschweig

Tore: 1:0 Wood (58.) 1:1 P. Tietz (62.) 2:1 Kreilach (69.) 3:1 Kreilach (85.)
Union Berlin: Busk Jensen - B. Kessel, Leistner, Puncec (90.+2 Pogatetz), Redondo - Daube - Quiring (87. Nikci), Zejnullahu (77. Köhler), Kreilach, Brandy - Wood
Braunschweig: Gikiewicz - Sauer, Decarli, Baffo (79. Ademi), K. Reichel - Boland, Matuschyk (79. Kumbela) - Omladic, Schönfeld, Khelifi (64. Holtmann) - P. Tietz
Zuschauer: 19026

Weitere Daten zum Spiel

"Es nagt an uns allen", hatte Lieberknecht im Vorfeld des Spiels zu der schwarzen Serie seiner Mannschaft gesagt, aber gleichzeitig betont: "Uns fehlt deshalb nicht komplett das Selbstvertrauen." Das war auch der Eindruck zu Beginn: Die Eintracht begann stark, mit viel Zug zum Tor und hatte bereits in der dritten Minute die erste große Chance. Philip Tietz kam nach einer präzisen Flanke im Strafraum frei zum Abschluss, den Kopfballaufsetzer des 18 Jahre alten Stürmers konnte Union-Torwart Jakob Busk jedoch mit einer Klasseparade an die Latte lenken. Im anderen Tor musste auch Braunschweigs Keeper Rafal Gikiwiecz stets konzentriert sein, weil sich die Gastgeber in der Anfangsphase immer wieder Standardsituationen in Strafraumnähe erspielten und somit regelmäßig Bälle in die gefährliche Zone flogen.

Die Partie geriet nach einer Viertelstunde ins Stocken und die rund 19.000 Zuschauer im Stadion "An der Alten Försterei" bekamen nun weniger Torraumszenen und Abschlüsse zu sehen. Bemerkenswert war der Versuch von Mirko Boland, doch der Eintracht-Zehner setzte seinen Schuss knapp neben den rechten Pfosten (30.). Interessante Beobachtung nach der torlosen ersten Hälfte: Lieberknecht diskutierte angeregt mit Union-Profi und Ex-Braunschweiger Benjamin Kessel und legte ihm freundschaftlich den Arm auf die Schultern.

Wechselbad der Gefühle

Der zweite Durchgang startete mit unverändertem Personal. Union war die aktivere Mannschaft und das zahlte sich in der 58. Minute aus: Berlins Topstürmer Bobby Wood erzielte sein 14. Saisontor (Vereinsrekord). Die Eintracht lag nach einer knappen Stunde mit 0:1 zurück - Kopfschütteln bei Trainer Lieberknecht am Spielfeldrand. Doch der Stimmungsaufheller folgte schnell: Der 1:1-Ausgleich durch Tietz. Der jüngste Braunschweiger dribbelte erst elegant und versenkte dann abgezockt (62.). Kurz darauf knabberte Lieberknecht genervt an seinen Fingernägeln. Der Grund: der erneute Rückstand - das 1:2 durch Damir Kreilach, der im Strafraum frei zum Kopfball gekommen war (69.).

In der 77. Minute geriet der Fußball kurz zur Nebensache: Unions Benjamin Köhler gab sein Comeback nach langer Krankheit - viele Fans hatten Tränen in den Augen. Auch die Braunschweiger wechselten und setzten mit Domi Kumbela und Orhan Ademi auf volle Offensive. Doch der Plan ging nicht auf: Die Niedersachsen mussten das 1:3 schlucken, wieder traf Kreilach (85.). Es war die Entscheidung in einem durchwachsenen Zweitligaspiel.