Stand: 23.12.2015 13:24 Uhr

96: Kein neuer Trainer, aber ein Spieler

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Auf Trainersuche: 96-Präsident Martin Kind (l.) und Geschäftsführer Martin Bader.

Fußball-Bundesligist Hannover 96 hat die Verpflichtung eines Nachfolgers für Trainer Michael Frontzeck über die Weihnachtstage endgültig ausgeschlossen. "Das wird nichts, das war auch nicht zu erwarten", sagte Sport-Geschäftsführer Martin Bader am Mittwoch: "Wir fangen jetzt an, konkrete Gespräche zu führen." Zuvor hatte Clubchef Martin Kind auf eine schnelle Lösung gedrängt, um die geplante Kader-Umstrukturierung mit mehreren Zugängen nicht zu gefährden: "Wir haben Druck. Spieler, die zu uns kommen sollen, wollen ja wissen, wer denn überhaupt Trainer bei uns ist." Dem Vorstandsvorsitzenden ist allerdings auch bewusst, dass nach der schlechtesten 96-Hinserie seit dem Wiederaufstieg 2002 mit nur 14 Punkten nicht jeder Wunschkandidat auch zur Verfügung steht: "Nicht jeder Trainer, der frei ist, will auch zu uns kommen." Zu in den Medien gehandelten Namen wie Thomas Schaaf, Jos Luhukay oder Jens Keller wollte Bader nichts sagen.

Wer wird neuer Trainer bei Hannover 96?

Norweger Fossum verpflichtet

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Iver Fossum ist der zweite Winter-Neuzugang in Hannover.

Ungeachtet des ursprünglichen Plans, mit weiteren Personalentscheidungen bis zur Verpflichtung eines neuen Trainers zu warten, vermeldeten die Niedersachsen am Mittwoch in Iver Fossum von Strömsgodset IF den zweiten Winter-Neuzugang nach dem japanischen Nationalspieler Hotaru Yamaguchi. Der 19-jährige Norweger unterschrieb nach Clubangaben ebenso wie Yamaguchi einen "langfristigen Vertrag". Für Strömsgodset erzielte der offensive Mittelfeldspieler in 34 Pflichtspielen zwölf Tore und bereitete neun Treffer vor. "Iver ist U21-Nationalspieler und mit seinen jungen Jahren schon Stammspieler. Er gehörte in seinem Verein zu den Leistungsträgern und wir freuen uns sehr, dass wir ihn überzeugen konnten, zu Hannover 96 zu wechseln", sagte Bader. Dem Vernehmen nach soll die Ablöse bei über zwei Millionen Euro liegen. Laut Kind sollen noch etwa drei weitere Neuzugänge kommen und helfen, den Abstieg zu verhindern.

Frontzeck: "Nicht mehr das Vertrauen gespürt"

Michael Frontzeck war am Montag als Trainer des Tabellenvorletzten zurückgetreten. "Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen bin ich zu dem Schluss gekommen, meine Arbeit bei 96 zu beenden. Geschlossenheit und Vertrauen sind gerade in unserer Situation die Grundvoraussetzung, um erfolgreich zu arbeiten. Ich habe aktuell im Umfeld von Hannover 96 nicht mehr dieses Vertrauen gespürt", wurde Frontzeck in einer Pressemitteilung des Vereins zitiert. Bader erklärte im Anschluss in einer Pressekonferenz: "Michael hat genau gemerkt, wie die Stimmungslage um den Verein ist. Ruhig mit der Mannschaft zu arbeiten, ist aus seiner Sicht momentan nicht möglich gewesen." Frontzecks Vertrag lief eigentlich noch bis 2017. "Martin Kind und ich haben mit ihm noch mal drüber gesprochen. Aber es war relativ schnell klar, dass er bei seiner Meinung bleibt und wir das zu akzeptieren haben", sagte Bader.

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