HSV: Der letzte Bundesliga-Dino
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HSV-Präsident Bernd Hoffmann (l.) präsentiert Neuzugang Ruud van Nistelrooy.
Die Meldung elektrisiert im Januar 2010 die Hansestadt: Ruud van Nistelrooy schließt sich ablösefrei für eineinhalb Jahre dem Hamburger SV an. Eben jener Stürmer, mit vollem Namen Rutgerus Johannes Martinus van Nistelrooy, der in ganz Europa mit seinen Toren für Schlagzeilen gesorgt hat. Seine Visitenkarte liest sich beeindruckend: Der Niederländer markierte für Manchester United in 150 Liga-Spielen 95 Treffer. Bei Real Madrid waren es in 68 Einsätzen 46 Treffer und in der Nationalmannschaft traf er praktisch in jedem zweiten Spiel. In den Niederlanden für die PSV Eindhoven, England und Spanien war er Torschützenkönig. Kurzum: Die Hamburger hoffen, endlich wieder einen richtigen Torjäger in ihren Reihen zu haben. "Ruud hat seine Qualitäten bei internationalen Topvereinen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ich bin überzeugt, dass er auch für den HSV wichtige Tore schießen wird. Es verdeutlicht den Stellenwert des Vereins, dass sich ein Spieler wie Ruud van Nistelrooy zum Wechsel nach Hamburg entschließt", frohlockt HSV-Trainer Bruno Labbadia.
Schon auf dem Flugfeld werden Ruud van Nistelrooy (r.) und seine Frau Leontine in Hamburg herzlich begrüsst.
Welchen Stellenwert der Club dem Fußball-Profi einräumt, zeigt, dass er schon auf dem Rollfeld am Geschäftsfliegerterminal am Hamburger Flughafen in Empfang genommen wird. Team-Manager Marinus Bester holt den 33-Jährigen und dessen Ehefrau Leontine, die mit einer Privatmaschine gekommen sind, ab. Am Airport warten zudem zahlreiche Fotografen und TV-Kamerateams. Danach geht es direkt zum Stadion des HSV, wo am Nachmittag die offizielle Präsentation des Stürmers stattfindet. Dass van Nistelrooy bei Real wegen einer Knieoperation zuvor nur ein Saisonspiel bestritten hat, nach wie vor gar nicht fit ist und wegen Wadenproblemen zunächst nur individuell trainieren kann, interessiert allenfalls am Rande. "Meine Ambitionen passen zum HSV", sagt van Nistelrooy auf Deutsch vor rund 170 Journalisten. "Es wird eine schöne Erfahrung, in der Bundesliga zu spielen, einer der stärksten Ligen Europas." Beim HSV soll er leistungsabhängig insgesamt bis zu sechs Millionen Euro kassieren. "Ich denke, dass ich noch einige Jahre auf hohem Niveau spielen kann."
Abschied nach eineinhalb Jahren: Ruud van Nistelrooy in der Hamburger Arena.
Dieses Ziel erreicht der 1,88 Meter große kantige Stürmer allerdings nur bedingt. In eineinhalb Jahren kommt er lediglich auf 36 Einsätze und erzielt dabei zwölf Tore. Sportlich verläuft die Zeit für den HSV enttäuschend. Van Nistelrooys erstes halbes Jahr an der Elbe endet nach Platz vier im Winter auf dem siebten. Die Qualifikation für die Europa League wird verpasst. Die Saison 2010/2011 schließen die "Rothosen" gar nur auf Rang acht ab - 13 Punkte vom internationalen Geschäft entfernt. Die großen Erwartungen vom Anfang konnte van Nistelrooy nicht erfüllen, bricht seine Zelte in Hamburg ab und wechselt zu den neureichen Spaniern vom FC Malaga. Doch auch dort findet der Niederländer sein Glück nicht mehr, sitzt oft nur auf der Bank. Im Sommer 2012 beendet er schließlich seine Karriere.















































































































































































































































































































































































