Hannover 96: Auf und Ab des Traditionsclubs
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Abwärts: Hannover 96 muss nach zwei Jahren Bundesliga 1989 den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten.
Die zweite Saison nach einem Aufstieg ist immer die schwerste: Hannovers zehnter Platz als Aufsteiger in der Saison 1987/1988 war teuer erkauft. Als das Geld an der Leine knapp wird, muss Hannover 96 sich vor der Spielzeit 1988/1989 von zahlreichen Spielern trennen, darunter Leistungsträger wie Peter Hobday und Andreas Müller. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Wähling, die durch viele Neuzugänge verstärkt wird, lässt nahezu während der gesamten Saison ihre Bundesliga-Tauglichkeit vermissen. Die logische Konsequenz einer desolaten Spielzeit ist der vierte Abstieg von Hannover 96 aus der Bundesliga.
Schon der Start in die zweite Spielzeit nach dem Aufstieg verläuft alles andere als optimal für die "Roten": Sowohl gegen Karlsruhe (2:3) als auch in Stuttgart (1:2) gibt die Mannschaft eine Führung noch aus der Hand und verliert beide Auftaktpartien. Als am achten Spieltag nach einer 0:4-Klatsche gegen Borussia Dortmund gerade einmal drei magere Zähler auf der Habenseite zu verbuchen sind, ist die Zeit von Trainer Wähling abgelaufen. Die Verantwortlichen setzen eine lebende 96-Legende auf die Trainerbank: Hans Siemensmeyer ist den Fans als Hannovers erfolgreichster Torschütze der Bundesligageschichte noch bestens in Erinnerung. Erfahrungen als Übungsleiter auf höchstem Niveau hat der frühere Stürmer jedoch nicht, er betreute zuvor die A-Jugend des Vereins.
Auch 96-Ikone Hans Siemensmeyer kann den Niedergang von Hannover nicht verhindern.
Die günstige Lösung mit einer eher unerfahrenen Identifikationsfigur als Coach scheint in den nächsten Wochen tatsächlich Früchte zu tragen: Der erste Saisonsieg und ein Unentschieden gegen Bayern München lassen 96 die Abstiegsränge wieder verlassen und die Fans hoffen. Doch der erneute Absturz in die Abstiegszone im Frühjahr 1989 kostet Siemensmeyer den Job. Mit Reinhard Saftig kommt ein junger aufstrebender Trainer nach Niedersachsen, der bereits mit Borussia Dortmund den Abstiegskampf erfolgreich bestritten hatte. Bei Hannover gelingt ihm das nicht. Von zwölf Partien mit Saftig gewinnt Hannover lediglich eine - am vorletzten Spieltag in Bochum (3:1). Zu diesem Zeitpunkt steht der Abstieg als abgeschlagener Tabellenletzter allerdings rechnerisch schon längst fest. Der klamme Traditionsverein verabschiedet sich für lange Zeit aus der Eliteklasse des deutschen Fußballs.















































































































































































































































































































































































