Stand: 27.05.2012 17:30 Uhr
Als St. Pauli die Arena im Volkspark eroberte
St. Pauli feiert nach dem Abpfiff.
Am 16. Februar 2011 endete die jahrzehntelange Durststrecke des FC St. Pauli. Mit 1:0 gewannen die Kiezkicker sensationell das Bundesliga-Derby beim Hamburger SV. 33 Jahre hatten die Braun-Weißen auf den zweiten Sieg gegen den großen Stadtrivalen in einem Pflichtspiel warten müssen. Held des Tages war Gerald Asamoah, der in der 59. Minute das "goldene Tor" zum 1:0-Erfolg in der Arena am Volkspark erzielte. "Das ist etwas ganz Besonderes", jubelte der Torschütze über den Sieg, der allerdings glücklich war: Bis zum Gegentreffer hatte der HSV etwa ein Dutzend hochkarätige Torchancen ausgelassen.
Braun-weiße Jubelparty im HSV-Stadion
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Vor dem Derby messen sich die Fangruppen mit ihren Choreografien. Sowohl die Anhänger des HSV...
... als auch die Fans des FC St. Pauli unterstützen leidenschaftlich ihr Team.
Dann kann das heiß ersehnte Stadtduell zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli beginnen.
Die Hausherren machen von Beginn an Druck. Guy Demel (l.) scheitert in dieser Situation.
St. Paulis Bundesliga-Debütant Benedikt Pliquett (r.) pariert einen Schuss von Heiko Westermann. Der Schlussmann der Gäste spielt eine starke Partie.
Mitte der ersten Hälfte: Einige Anhänger der Kiez-Kicker zeigen sich unverbesserlich und zünden Feuerwerkskörper im Gästeblock.
Der HSV kontrolliert derweil das Spiel und erarbeitet sich mehrere Torgelegenheiten, verwertet sie jedoch nicht. Hier scheitert Änis Ben-Hatira (l.).
Auch Ze Roberto trifft das Tor aus guter Position nicht.
Wer ringt wen nieder? Lange behalten die Gastgeber um Joris Mathijsen (oben) die Oberhand.
In der 59. Minute kommt plötzlich Gerald Asamoah nach einem Eckstoß zum Kopfball...
...und trifft zur Führung, womit er den Spielverlauf auf den Kopf stellt.
Unglaublich, aber wahr: Der FC St. Pauli liegt beim Hamburger SV vorne.
Nach dem Gegentor geht bei den Rothosen nicht mehr viel: Joris Mathijsen ist bedient.
Am Ende ist die Sensation perfekt. Der FC St. Pauli gewinnt zum ersten Mal seit mehr als 33 Jahren im Hamburger Stadtderby.
Eine bittere Pille für HSV-Torwart Frank Rost (l.) und Co. Im eigenen Stadion muss die Mannschaft mit ansehen, wie St. Paulis Party beginnt.
Keeper Benedikt Pliquett feiert nach dem Schlusspfiff mit einem vorbereiteten T-Shirt...
...und traktiert eine Eckfahne. Schlichtweg überbordende Freude oder ist auch eine Portion Genugtuung im Spiel? Beim HSV war dem Keeper zwischen 2000 und 2004 der Durchbruch verwehrt geblieben...
Daumen hoch jedenfalls bei St.-Pauli-Coach Holger Stanislawski, dem Vater des Erfolgs, der mit der Aufstellung Pliquetts ein gewisses Risiko einging - und alles richtig machte.
St. Pauli jubelt ausgelassen...
... und leitet den "Feierabend" ein.
... und leitet den "Feierabend" ein.
Eine gefährliche Aktion reicht zum Sieg
HSV - St. Pauli 0:1 (0:0)
Tor: 0:1 Asamoah (59.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
HSV: Rost - Demel, Westermann, Mathijsen, Aogo - Jarolim, Ze Roberto - Ben-Hatira (72. Pitroipa), Jansen (46. Elia) - van Nistelrooy (72. Guerrero), Petric
St. Pauli: Pliquett - Thorandt, Zambrano, Gunesch, Volz - Boll (89. Bruns), Lehmann - Kruse, Takyi (58. Ebbers), Bartels - Asamoah (70. Daube)
So aber reichte dem Aufsteiger, der trotz des prestigeträchtigen Triumphs am Ende der Saison den fünften Abstieg aus dem Fußball-Oberhaus hinnehmen musste, schließlich eine gefährliche Aktion, um seinen Anhängern einen historischen Abend zu schenken. "Das war so wichtig", freute sich St. Paulis Routinier Fabian Boll: "Schließlich haben unsere Fans fast 34 Jahre darauf gewartet." Bastian Reinhardt war dagegen die Laune verhagelt: "Das ist der bitterste Moment in meiner ganzen Zeit beim HSV. Wenn ich sehe, wie St. Pauli hier in unserem Stadion feiert, könnte ich kotzen", fand der HSV-Sportchef deutliche Worte.
Weitere Informationen
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