Stand: 24.06.2012 13:05 Uhr

Pagelsdorf: Erfolgreich an Ostsee und Elbe

Trainer Frank Pagelsdorf hat die größten Erfolge seiner Karriere im Norden gefeiert. Der Hannoveraner stieg mit Hansa Rostock in die Bundesliga auf und spielte Champions League mit dem HSV.

Bei Hansa Rostock erlebte Frank Pagelsdorf (l.) viele erfolgreiche Jahre.

Die Trainer-Karriere von Frank Pagelsdorf in Deutschland endete am 10. November 2008. Im grauen Mittelmaß der Zweiten Liga musste der einst beim Hamburger SV und in Rostock für seine Erfolge in der Bundesliga gefeierte Coach bei Hansa zum zweiten Mal seinen Hut nehmen. Nach dem Abstieg aus der höchsten deutschen Spielklasse lief es unter "Pagel" auch eine Etage tiefer nicht rund. Ein 2:2 gegen seinen Ex-Verein VfL Osnabrück besiegelte nach zwölf Spielen als Tabellenzwölfter seinen wohl endgültigen Abschied von der Ostsee. Der gebürtige Hannoveraner trainierte ab Januar 2009 noch ein Jahr in Dubai bei Al-Nasr, seitdem ist er ohne Traineramt, hat dafür jede Menge Zeit für sein Hobby Golf und seine Unternehmungen als Geschäftsmann. Die "Bild" führte ihn Anfang 2012 in der Kategorie auf "Die vergessenen Trainer der Bundesliga" mit auf. Eine Rückkehr erscheint sehr unwahrscheinlich.

Beinahe mit Hansa in den UEFA-Cup

Dabei hat der ehemalige Bundesliga-Profi die Liga als Coach mitgeprägt, als einer der wenigen in Ost und West sehr erfolgreich gearbeitet. Nach seiner ersten Profi-Station bei Union Berlin übernahm Pagelsdorf zur Saison 1994/1995 in Rostock das Ruder. Er führte die Hanseaten in seinem ersten Jahr gleich zum Wiederaufstieg. Noch höher einzuschätzen ist allerdings die Leistung, die Kogge im darauf folgenden Jahr bis auf Rang sechs der Bundesliga geführt zu haben. Die Rostocker wären sogar um ein Haar in den UEFA-Cup eingezogen. Erst am letzten Spieltag verloren sie nach einem 0:1 gegen den 1. FC Köln den fünften Platz an den Hamburger SV. Das zweite Jahr in der Beletage gestaltete sich zwar schon schwieriger, aber Hansa hielt erneut ungefährdet die Klasse.

HSV kehrt unter "Pagel" zurück nach Europa

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Frank Pagelsdorf scheiterte in Hamburg an den eigenen Ansprüchen.

Für Pagelsdorf folgte nun trotzdem der nächste Schritt auf der Karriereleiter: Er zog weiter zum HSV. Nach den Plätzen neun und sieben führte er die Hamburger im Jahr 2000 auf Platz drei der Bundesliga und damit in die Champions League. Nach langen Jahren des Darbens war der Verein endlich wieder dort, wo er seiner Selbsteinschätzung nach hingehört. Zwar schieden die Hanseaten nach der Vorrunde aus, doch Fußball-Feste wie das 4:4 gegen Juventus Turin haben einen festen Platz in den Erinnerungen der Fans. "Das war etwas, was ich so noch nicht gesehen hatte: Meine Mannschaft hat ein so unglaubliches Tempo an den Tag gelegt, dass sie Juventus in der eigenen Hälfte regelrecht erdrückt hat", sagte Pagelsdorf dem Magazin "11Freunde".

Aus dem Norden in die Wüste

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Coach Frank Pagelsdorf arbeitete zweimal in Dubai.

Dem Coach wurde in der Folge allerdings die nicht zuletzt durch sein erfolgreiches Arbeiten gestiegene Erwartungshaltung zum Verhängnis. Im Frühjahr 2000 unterschrieb er einen neuen Vertrag für vier Jahre und erklärte: "Unser Ziel in den nächsten Jahren ist jeweils das Erreichen eines internationalen Wettbewerbs. Das ist eine schwierige, aber lösbare Aufgabe." 2001 kam der HSV allerdings lediglich als Tabellen-13. ins Ziel. Und nach sechs Spieltagen in der Saison 2001/2002 war sein Kredit auf Rang zwölf bereits endgültig aufgebraucht. "Ich hätte damit nicht gerechnet. Das Ganze fällt mir sehr schwer", sagte Pagelsdorf, der daraufhin ein erstes Mal von der Bildfläche verschwand. Erst zur Saison 2003/2004 übernahm er beim VfL Osnabrück, musste aber vorzeitig gehen. Im Sommer 2004 arbeitete er dann erstmals bei Al-Nasr.

"Hansa ist ein Stück meines Herzens"

2005 kehrte Pagelsdorf noch einmal zu Hansa zurück. Nach zwei Zweitliga-Jahren gelang ihm noch einmal der Aufstieg. Doch es folgte der direkte Wiederabstieg und bald darauf das Ende. "Heute Vormittag haben mich Teile des Vorstands darüber informiert, dass ich beurlaubt bin", sagte Pagelsdorf am 10. November 2008 und ward seitdem im deutschen Profi-Fußball nicht mehr gesehen. Hansa und der HSV bleiben für ihn aber ganz spezielle Vereine: "An Hansa hänge ich sehr, der Club hat mir 1994 die Möglichkeit eröffnet, als Trainer in den Profifußball zu kommen", sagte der Coach der "Berliner Morgenpost": "Der HSV war dann eine ganz andere Dimension. Als Trainer hatte ich das sportliche Ziel, in der Spitze mitzuspielen, was ja auch gelungen ist."

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