Stand: 05.02.2016 23:07 Uhr

1:5 - Werder kommt in Gladbach unter die Räder

von Matthias Heidrich

Nach dem Sieg gegen Schalke und dem spektakulären 3:3 gegen die Hertha hat Werder Bremen den ersten Rückschlag in der Bundesliga-Rückrunde hinnehmen müssen. Die Hanseaten verloren am Freitagabend mit 1:5 (0:2) bei Borussia Mönchengladbach - und das vollkommen verdient. Der Tabellen-16. wachte gegen die extrem offensivstarken Borussen viel zu spät auf. Claudio Pizarros Elfmetertor in dessen 400. Bundesligaspiel reichte da nicht aus. "Mönchengladbach war einfach besser als wir. Wir müssen trotzdem weiter an uns glauben, es gibt noch genügend Spiele. Wir haben genug Qualität, aber es muss auch alles passen", sagte Werder-Trainer Viktor Skripnik.

"Fohlen" überrennen Bremen

Yatabaré fehlt weiter - Sperre bestätigt

Ohne Neuzugang Sambou Yatabaré mussten die Bremer die Partie angehen. Am Nachmittag hatten die Hanseaten die Information bekommen, dass der Profi aus Mali nicht spielberechtigt sei. Yatabaré, der zuletzt für Standard Lüttich spielte, war vom Belgischen Fußballverband wegen einer Tätlichkeit nachträglich für vier Spiele gesperrt worden. Bereits in der Partie gegen Hertha BSC (3:3) stand er nicht im Bremer Kader. Der 26-Jährige wird auch im Pokal-Viertelfinale bei Bayer Leverkusen am Dienstag und im Liga-Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim (13. Februar) fehlen. "Man hat die Situation nicht richtig erkannt“, sagte Bremens Geschäftsführer Thomas Eichin bei "Sky" in Richtung DFB und forderte für zukünftige Fälle eine schnellere Klärung: "Das ist für Verein und Spieler nicht hinnehmbar."

Gladbach glänzt, Werder wurschtelt

20.Spieltag, 05.02.2016 20:30 Uhr

  • B. M'gladbach
  • 5:1


  • Werder Bremen

Tore: 1:0 Stindl (12.) 2:0 Christensen (31.) 3:0 Christensen (50.) 3:1 Pizarro (56., Foulelfmeter) 4:1 Raffael (70., Foulelfmeter) 5:1 Nordtveit (87.)
B. M'gladbach: Sommer - Elvedi, Christensen, Hinteregger, Wendt - Hazard (67. Traore), Nordtveit, Dahoud (84. Stranzl), Johnson - Stindl, Raffael (86. Hrgota)
Werder Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, Guwara - Öztunali, Fritz, Junuzovic (86. Fröde), Kleinheisler (75. Eggestein) - Pizarro, Ujah (57. Bartels)
Zuschauer: 51569

Weitere Daten zum Spiel

Ob Werder mit Yatabaré stabiler gestanden hätte? Vielleicht. So konnte sich Gladbachs Mahmoud Dahoud nach einem Ballgewinn energisch durchsetzen, Thorgan Hazard über rechts mitnehmen, der wiederum Lars Stindl in der Mitte bediente - 1:0 für die Gastgeber, bereits nach zwölf Minuten. Den Gastgebern gab der Treffer noch mehr Selbstvertrauen. Mit ihren schnellen und präzisen Angriffen brachten sie die viel zu passiven Bremer ein ums andere Mal in höchste Not. Hazard hätte in der 29. Minute schon zum 2:0 treffen können, verzog allerdings. Andreas Christensen machte es kurze Zeit später besser und schob nach einem Weltklasse-Anspiel von Dahoud locker ein (31.). Werder war gegen die feinen Fußballer der Borussen defensiv komplett hilflos. Bremens Keeper Felix Wiedwald verhinderte gegen den überragenden Dahoud einen noch höheren Rückstand (44.). Bezeichnend für Werders schwachen Auftritt war der völlig misslungene Kopfball von Papy Djilobodji aus aussichtsreicher Position (45.).

Pizarro trifft in seinem 400. Bundesligaspiel

Die Partie büßte auch nach dem Seitenwechsel nicht an Tempo ein. Christensen erhöhte mit seinem zweiten Tor auf 3:0 für die Gladbacher (50.). Dahoud hätte zwei Minuten später auf 4:0 stellen können, verzog allerdings aus zentraler Position. Die Partie schien für Werder schon früh gelaufen, als Martin Hinteregger Levin Öztunali im Strafraum mit einem Tritt auf den Fuß zu Fall brachte - Elfmeter für die Gäste. Pizarro ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte souverän zum 1:3 (56.). Das 182. Bundesliga-Tor des Peruaners, womit er in der ewigen Torjägerliste mit dem fünftplatzierten Ulf Kirsten gleichzog.

Raffael macht alles klar

Der Treffer tat den Bremern sichtlich gut. Sie gingen nun viel mutiger zu Werke, während Gladbach etwas abbaute. Die Hanseaten hätten sich beinahe mit dem Anschlusstor belohnt. Doch zunächst parierte Gladbachs Torwart Yann Sommer stark gegen Fin Bartels, den Nachschuss von Pizarro blockte Nico Elvedi noch stärker (65.). Die leise Hoffnung der Bremer auf ein ähnliches Comeback wie gegen die Hertha fand in der 70. Minute ein jähes Ende. Raffael markierte per Foulelfmeter (Jannik Vestergaard hatte Stindl gelegt) das 4:1 für die Borussen. Havard Nordtveit traf kurz vor Schluss aus der Distanz noch zum 5:1 (88.) und besiegelte eine bittere Auswärtspleite der Bremer.

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