NDR Tippspiel
Der NDR hat auch in der Saison 2012/13 wieder den Fußball-Experten im Norden gesucht. mehr
André Breitenreiter (l.) und Karsten Bäron erzielten am 15. September 1996 jeweils ein Tor gegen den FC St. Pauli.
Derbys gegen den Lokalrivalen FC St. Pauli: Seit Gründung der Bundesliga sind sie zur Seltenheit geworden - und genießen bei den HSV-Fans doch einen ganz besonderen Stellenwert. Äußerst schmerzlich ist für sie die Erinnerung an die beiden Heimniederlagen 1977 (0:2) und 2011 (0:1), auch weil die Konkurrenz vom Kiez diese Erfolge ausgiebig zelebriert. Dem gegenüber stehen allerdings viele Siege, die den Anhängern der Rothosen noch heute ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern - so wie jener vom 15. September 1996. Damals gewannen die HSV-Profis vor 45.000 Zuschauer mit 3:0, obwohl sie zwei Platzverweise kassiert hatten.
Nach nur vier Minuten zeigte Schiedsrichter Hartmut Strampe dem HSV-Libero Stefan Schnoor (M.) die Rote Karte. Keeper Richard Golz ist entsetzt.
Schon zu Beginn ging in der Westkurve die Angst vor der Niederlage um: HSV-Libero Stefan Schnoor hatte nach einer „Notbremse“ gegen Emerson die Rote Karte gesehen (4.). St. Pauli aber konnte aus dieser Überzahl kein Kapital schlagen. Stattdessen brachte Karsten Bäron die Gastgeber mit dem Pausenpfiff in Führung, ehe Markus Schopp kurz nach dem Seitenwechsel auf 2:0 erhöhte. Gut - mit einem Mann weniger kann das schon einmal passieren. Bald darauf aber wurde es wirklich kurios: HSV-Abräumer Sven Kmetsch übertrieb es mit der Zweikampfhärte, Schiedsrichter Hartmut Strampe zeigte ihm die Gelb-Rote Karte (60.). Eine halbe Stunde blieb den Kiez-Kickern zur Wende. Die aber stellten sich unbeholfen an, ließen sich in Strafraumnähe den Schneid abkaufen und kassierten zur Krönung am Ende noch einen Treffer: André Breitenreiter vollendete mit seinem Tor zum 3:0 (90.) den aus HSV-Sicht schönsten Sonntagabend der ansonsten eher tristen Saison 1996/97.