Stand: 22.01.2016 22:57 Uhr

1:2 - HSV hat Moral, Bayern Lewandowski

von Matthias Heidrich, NDR.de

Viel investiert, gut gespielt und doch verloren: Der Hamburger SV hat zum Rückrunden-Auftakt der Fußball-Bundesliga eine 1:2 (0:1)-Heimniederlage gegen Spitzenreiter Bayern München hinnehmen müssen. Die Hanseaten boten dem Rekordmeister mutig die Stirn, hatten letztlich aber etwas Pech und auch nicht die offensiven Mittel, um etwas Zählbares mitzunehmen. Die Bayern, die sich im ausverkauften Volksparkstadion wahrlich nicht in Gala-Form präsentierten, haben diese Mittel zuhauf. Am Freitagabend war es einmal mehr Robert Lewandowski, auf den Verlass war. Der Weltklassestürmer aus Polen markierte beide Tore für das Team von Trainer Pep Guardiola. "Es war sicherlich mehr drin", ärgerte sich HSV-Spielgestalter Aaron Hunt im NDR Interview.

Lewandowski zerstört Hamburgs Hoffnung

Adler grätscht - Elfmeter - Lewandowski trifft

Mit den zuletzt angeschlagenen Johan Djourou und Pierre-Michel Lasogga in der Startelf gingen die Hamburger forsch in das Duell mit dem Herbstmeister. Trainer Bruno Labbadia ließ seine Elf die Gäste aus München früh attackieren. Die Bayern kamen mit der Gangart der Gastgeber nur schlecht zurecht. Gegen die in den Zweikämpfen giftigen und taktisch disziplinierten Hamburger konnte sich der Tabellenführer in den ersten 35 Minuten keine einzige Torchance erspielen. Die Hanseaten hatten immerhin zwei Distanzschüsse durch Hunt (13.) und Dennis Diekmeier (21.) zu verzeichnen. Bitter für den HSV, dass Münchens erster Torschuss in der 37. Minute gleich einschlug. Allerdings auch unter vereinfachten Bedingungen, denn Lewandowski durfte vom Elfmeterpunkt antreten und ließ René Adler im Hamburger Tor keine Chance - 1:0 für die Bayern. Adler hatte zuvor eine äußerst unglückliche Figur gemacht. Nach einem langen Pass von Philipp Lahm an die Strafraumgrenze entschied sich der HSV-Keeper zu spät, vor dem gestarteten Thomas Müller klären zu wollen. Der Nationalspieler spitzelte den Ball über Adler hinweg und wurde vom Keeper umgegrätscht - klarer Elfmeter für die Münchner, trotz aller Hamburger Proteste.

Alonso trifft für den HSV

18.Spieltag, 22.01.2016 20:30 Uhr

  • Hamburger SV
  • 1:2


  • Bay. München

Tore: 0:1 Lewandowski (37., Foulelfmeter) 1:1 Xabi Alonso (53., Eigentor) 1:2 Lewandowski (61.)
Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Djourou, Cleber, Ostrzolek - Kacar (81. G. Jung), Holtby - N. Müller, Hunt, Ilicevic (69. Gregoritsch) - Lasogga (77. Rudnevs)
Bay. München: Neuer - Boateng (56. Javi Martinez), Badstuber, Alaba - Douglas Costa (81. Robben), Lahm, Thiago, Coman, Xabi Alonso - T. Müller (69. Vidal), Lewandowski -
Zuschauer: 57000

Weitere Daten zum Spiel

Die Bayern kamen mit mehr Tempo aus der Kabine, drängten sofort auf das zweite Tor und wurden kalt erwischt. Hunt zirkelte einen Freistoß aus dem Halbfeld aufs lange Eck, Lasogga und Xabi Alonso wollten beide das Spielgerät, letztlich war es der Bayern-Akteur, der das Leder ins Tor von Nationalkeeper Manuel Neuer bugsierte - 1:1 (53.). Die Freude der Gastgeber währte allerdings nur kurz, dann gingen die Bayern wieder in Führung, wieder durch Lewandowski. Der Pole hielt bei einem Schuss von Müller den Fuß dazwischen und lenkte den Ball so unhaltbar für Adler ins HSV-Tor. Der Bayern-Torjäger konnte sein Glück kaum fassen, hatte er sich doch zunächst im Abseits gewähnt. Doch Diekmeier war zu spät rausgelaufen - 2:1 für München (61.). David Alabas Freistoß fünf Minuten später hätte die Vorentscheidung bringen können, doch der Kunstschuss des Österreichers klatschte an den Pfosten.

Zwei Freistöße von Gregoritsch verpuffen

Labbadia reagierte, brachte mit Michael Gregoritsch (69. für Ivo Ilicevic) und Artjoms Rudnevs (77. für Lasogga) zwei frische Offensivkräfte. Ein Zeichen an die Mannschaft, trotz Kontergefahr auf den Ausgleich zu drängen. Spielbestimmend waren aber weiter die Gäste. Thiagos abgefälschten Schuss parierte Adler etwas glücklich mit dem Kopf (80.). Auf der anderen Seite setzte Gregoritsch einen Freistoß aus aussichtsreicher Position uninspiriert in die Mauer (83.). Ein weiterer Freistoß des Österreichers in der Nachspielzeit strich am langen Pfosten vorbei. Bessere Möglichkeiten bekam der HSV an diesem Abend nicht mehr gegen die Bayern. Labadia war nach dem Spiel restlos bedient: "Das ist einfach ärgerlich. Wir haben in der ersten Halbzeit kaum Chancen zugelassen, aber so ein Dusel-Tor zum 1:2 kotzt mich einfach an."

Ergebnisse und Tabelle Fußball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

16 Bilder

Die schlimmsten HSV-Pleiten gegen Bayern

Das Duell Hamburg mit Bayern gehört zu den Klassikern der Fußball-Bundesliga. Das Wasser reichen konnte der HSV dem Rekordmeister aber nur selten. Häufig gab es hohe Pleiten. Bildergalerie