Schneekatastrophe 1978/79: Der Norden versinkt
Der Verkehr ist für Tage lahmgelegt, die Menschen haben mit Stromausfällen und extremer Kälte zu kämpfen: Zwei Monate hat der Winter den Norden fest im Griff. Ein Rückblick. mehr
Der Winter ist da: Zum ersten Mal in diesem Jahr hat es in der Nacht zu Freitag in Norddeutschland anhaltend geschneit. Vielerorts hat sich eine geschlossene Schneedecke gebildet. Was hübsch aussieht, brachte für viele Verkehrsteilnehmer am Morgen vornehmlich Nachteile. Im Berufsverkehr kam es in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf schneeglatten und zum Teil vereisten Fahrbahnen zu Behinderungen und Glätteunfällen.
Ordentlich zu tun hatte der Winterdienst in Hamburg. Auf glatten Straßen kam es in der Hansestadt zu 125 Unfällen.
In Hamburg kam es in der Zeit von 4 bis 11 Uhr zu 125 Unfällen, wie die Verkehrsleitzentrale mitteilte. Die meisten Unfälle seien ohne schlimme Folgen geblieben, meistens gab es nur Blechschäden. In neun Fällen wurden Personen nach Polizeiangaben leicht verletzt, ein Verletzter musste ins Krankenhaus gebracht werden. Auf den Autobahnen habe sich die Lage bereits am Vormittag normalisiert.
Die Pendler in der Hansestadt kamen nur schleppend voran auf dem Weg zur Arbeit. Die Hamburger Stadtreinigung war in der Nacht zu ihrem ersten Winter-Großeinsatz ausgerückt. Rund 1.000 Mitarbeiter waren seit 2 Uhr früh mit fast 300 Fahrzeugen unterwegs, um die Straßen zu streuen und zu räumen. Trotz gestreuter Straßen muss laut Stadtreinigungssprecher Reinhard Fiedler weiterhin mit Glätte gerechnet werden.
Wie hier in Flensburg waren die Räumfahrzeuge am Morgen im Großeinsatz.
In Schleswig-Holstein fielen bis zu acht Zentimeter Schnee. Bis 7 Uhr meldete die Polizei in Schleswig-Holstein bereits rund 40 Verkehrsunfälle, die meisten davon im Kreis Dithmarschen. Innerhalb von eineinhalb Stunden krachte es dort 17 Mal. Dabei sei es jedoch immer glimpflich ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher. Verletzte habe es nicht gegeben.
Auch auf der Autobahn 1 zwischen Stapelfeld und Barsbüttel war es sehr glatt. Die Verkehrsteilnehmer hätten sich insgesamt jedoch auf die Wetterverhältnisse eingestellt, sagte ein Sprecher der Leitstelle in Lübeck.
In Niedersachsen war vor allem die Region um Hannover vom Schneefall betroffen. Dort seien die Straßen besonders glatt gewesen, berichtete die Verkehrsleitzentrale. Es kam zu acht Unfällen. Auf der A 37 bei Burgdorf stellte sich ein Lastwagen quer. Die Strecke musste in Richtung Hannover vorübergehend gesperrt werden. Auf dem Messeschnellweg war ein Lastwagen ins Schleudern gekommen und gegen die Leitplanke geprallt. Offenbar war der Lastwagenfahrer zu schnell unterwegs und hatte deshalb die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Er wurde bei dem Unfall nicht verletzt.
In anderen Teilen des Landes kam es ebenfalls zu mehreren Unfällen auf verschneiten Straßen. In Westerstede im Landkreis Ammerland kam ein Lastwagen von der Straße ab und beschädigte 36 Seitenplanken, ein Verkehrsschild und eine Lärmschutzwand.