Niederschlagsradar
Wo regnet es in Schleswig-Holstein? Eine Übersicht gibt der Niederschlagsradar. mehr
"Andrea" hat einen stürmischen Auftritt hingelegt: Das Tief brachte Orkanböen, Regen, Graupel, Schnee und vor allem Überschwemmungen mit sich. In der Nacht ging "Andrea" jedoch langsam die Puste aus. Die angekündigte Sturmflut verlief einigermaßen glimpflich. Sowohl Hamburg und Bremen als auch die Nord- und Ostseeküste seien von großen Wassermassen verschont geblieben, wie Polizei und Feuerwehren am Freitagmorgen mitteilten. In Hamburg wurde der Fischmarkt überflutet. Der Pegel St. Pauli lag laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) nach Mitternacht 2,23 Meter über dem mittleren Hochwasser. "Wir haben in Hamburg zwar schon relativ viel Wasser, aber noch lange keine schwere Sturmflut", sagte ein Sprecher des Lagezentrums der Polizei.
Dennoch war die Nacht zu Freitag für zahlreiche Hamburger wegen des Hochwassers unruhig. Im Bezirk Bergedorf, Harburg und im Alten Land drohte Wasser überzulaufen. In der Nacht traten Krisenstäbe zusammen. Im Bezirk Bergedorf stand das Wasser laut Feuerwehr bis zur Krone des Elbdeichs. Im Stadtteil Cranz wurden die Anwohner in der Nacht per Lautsprecher-Durchsage vor dem Hochwasser gewarnt. Dort war der Pegel der Este, die bei Cranz in die Elbe fließt, stark angestiegen und drohte Grundstücke zu überschwemmen. Entlang der Dove und der Gose Elbe klingelte die Feuerwehr rund 500 Anwohner aus dem Schlaf, die sich auf eine Evakuierung vorbereiten sollten - später gab es aber Entwarnung.
In Schleswig-Holstein brachte Orkantief "Andrea" starke Niederschläge. Viele Regionen kämpfen noch gegen das Hochwasser, wie die NDR 1 Welle Nord berichtete. In Kellinghusen nordöstlich von Itzehoe (Kreis Steinburg) trat nach dem Dauerregen die Stör über die Ufer und überschwemmte Teile der Innenstadt. Laut Feuerwehr gelang es, den aufgeweichten Sommerdeich mit Sandsäcken zu sichern. Inzwischen ist das Wasser leicht gesunken, die Lage entspannt sich etwas. Doch immer noch sind mehrere Straßenzüge unter Wasser. Auch in Dithmarschen sind zahlreiche Felder und Wiesen überschwemmt.
Wegen des starken Westwindes konnte das Wasser an der Küste nicht in die Nordsee ablaufen. Erstmals seit 14 Jahren wurde deshalb in Schleswig-Holstein am Donnerstag wieder ein kleinerer Deich geöffnet: Im Binnenland an der Treene bei Ostenfeld in Nordfriesland. Auf der Insel Sylt spülte der Sturm mit orkanartigen Böen tonnenweise Sand von den Stränden weg.
In Mecklenburg-Vorpommern verlief die Sturmnacht einigermaßen glimpflich. Bislang wurden keine größeren Schäden bekannt. Das BSH meldete am Freitagmittag einen Wasserstand von 1,40 Meter über dem mittleren Hochwasser. Damit war der Scheitelpunkt der Sturmflut erreicht. Das Wasser fließt seitdem wieder ab. An der Küste wurden einzelne Straßen überflutet.