Augen auf beim Wechsel des Stromanbieters
Eigentlich ist es ganz einfach, den Stromversorger zu wechseln. Doch manchmal sperren sich die alten Lieferanten dagegen. Was gilt es beim Anbieterwechsel zu beachten? mehr
Die Kosten der Energiewende kommen nun auch beim Verbraucher an: Vielen Stromkunden flattert in diesen Tagen unerfreuliche Post ihres Stromanbieters ins Haus. Darin werden zum kommenden Jahr teilweise drastische Preiserhöhungen angekündigt. Bundesweit kündigten nach Angaben des Vergleichsportals Verivox zum Stichtag am Donnerstag rund 190 Stromversorger Preiserhöhungen von bis zu 19 Prozent an. Im Durchschnitt liegen die Preise 13 Prozent höher. Auch mehrere Stromanbieter im Norden wollen die Strompreise kräftig anheben.
In den kommenden Jahren drohen uns kräftig steigende Strompreise. Das liegt vor allem an der sogenannten EEG-Umlage. Plietsch erklärt, was es damit auf sich hat.
So will Vattenfall die Preise in Hamburg zum 1. Januar 2013 um durchschnittlich 12,9 Prozent erhöhen. Das ist die höchste Preissteigerung der Firmengeschichte. Die Kosten für eine Kilowattstunde steigen in allen angebotenen Tarifen um 3,47 Cent, wie das Unternehmen am Donnerstag bestätigte. Das entspricht für Kunden mit einem Jahresverbrauch von 2.500 Kilowattstunden einem Mehrpreis von 7,23 Euro im Monat oder knapp 87 Euro im Jahr. Vattenfall versorgt 78 Prozent der Hamburger Haushalte mit Strom, das sind 750.000 Kunden.
Die Hamburger Grünen kritisierten Vattenfall für die Preiserhöhungen. "Bei der Energiewende ist der Atomkonzern Vattenfall der Bremser, bei den Strompreisen setzt er sich an die Spitze", erklärte der Hamburger Fraktionschef Jens Kerstan. Das funktioniere nach bewährtem Muster: "Kostensteigerungen durchreichen, Einsparungen einstreichen".
Zuvor hatten bereits die Stromanbieter Hamburg Energie und Greenpeace Energy ihre Kunden schriftlich über Preiserhöhungen von 11,9 beziehungsweise knapp zehn Prozent informiert. Wie NDR 90,3 berichtete, werden auch Anbieter wie E.ON Hanse und LichtBlick nachziehen. LichtBlick, das in Hamburg 75.000 Kunden beliefert, will die genauen Preissteigerung kommende Woche bekanntgeben.
Auch in Schleswig-Holstein müssen Stromkunden vom kommenden Jahr an deutlich tiefer in die Tasche greifen. Eine Umfrage von NDR 1 Welle Nord bei 40 Stadtwerken ergab, dass 28 von ihnen die Preise anheben werden. Der Anstieg liegt zwischen 1,75 und 3,42 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch bedeutet das für den Kunden Mehrkosten in Höhe von 60 bis 120 Euro im Jahr.
In Mecklenburg-Vorpommern steigen die Strompreise im kommenden Jahr ebenfalls. Die Rostocker Stadtwerke wollen die Preise zum 1. Januar um 7,4 Prozent erhöhen, wie NDR 1 Radio MV am Donnerstag berichtete. Die Wemag, die viele Kommunen im westlichen Landesteil versorgt, will voraussichtlich pro Kilowattstunde 3,9 Cent mehr berechnen. Die genauen Preiserhöhungen hängen von der Höhe der Offshore-Umlage ab.
Als Hauptgrund für die Preiserhöhungen nennen die Energieversorger die staatlich verordneten Abgaben zur Förderung von Ökostrom und die gestiegenen Netzentgelte. Sinkende Preise sind nicht in Sicht. Die Hamburger Verbraucherzentrale rät Stromkunden, sich zum Beispiel auf Online-Portalen günstigere Anbieter zu suchen. Die Einsparungen könnten schnell bei mehr als 200 Euro im Jahr liegen.
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