Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine setzt sich mit einem Schutzprojekt dafür ein, dass sich der Schweinswal wieder in Elbe, Weser, Jade und Ems ansiedeln kann.
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Seit April sind bereits 20 Schweinswale in der Elbe verendet. Die Tiere schwimmen den Fluss hoch, finden aber den Weg zurück zur Nordsee nicht. (Archivbild)
Am Donnerstagmorgen entdeckten Mitarbeiter der Hamburger Port Authority den Kadaver eines Schweinswals direkt am Elbstrand von Övelgönne. Das Hygiene-Institut transportierte das verendete Tier ab. Es ist bereits der zwanzigste tote Schweinswal, den das Institut im vergangenen Monat an der Elbe gefunden hat.
Noch im April hatte die Gesellschaft zur Rettung der Delphine positiv vermeldet, dass die Schweinswale sich die Elbe zurückeroberten. Immer häufiger würden sie im Fluss gesichtet und wagten sich inzwischen nah an Häfen und Boote heran.
Die Meeressäuger schwimmen aus der Nordsee zur Nahrungssuche in die Elbe. Sie folgen Fischschwärmen, die ihren Laich im Fluss ablegen wollen. Doch dann finden offenbar viele Schweinswale den Heimweg zurück in die Nordsee nicht. In einer stark befahrenen Wasserstraße wie der Elbe, ist es sehr laut und die Tiere verlieren ihre Orientierung oder kollidieren mit schnellen Motorbooten.
Jedes Jahr verenden Tausende von Schweinswalen als ungewollter Beifang in Fischernetzen. Lärm und Schiffsverkehr gefährden ihren Lebensraum.
Als Todesursache des Schweinswals aus Övelgönne, vermutet das Hygiene-Institut, dass das Tier verhungert ist: "Wir mussten bei allen Schweinswalen, die wir im vergangenen Monat gefunden haben, feststellen, dass sie stark abgemagert waren und bei der Sektion oft keine Nahrung mehr im Magen-Darm-Trakt zu finden war", so Sprecherin Sinje Lehmann.
Noch vor hundert Jahren tummelten sich die Schweinswale in der Elbe bis hinauf nach Magdeburg und in der Weser bis südlich von Bremen. Durch Jagd und Umweltverschmutzung waren die Meeressäuger Mitte des vergangenen Jahrhunderts aus den Flüssen und Teilen der Nordsee verschwunden. Nachdem die Jagd auf sie verboten wurde und die Wasserqualität sich verbessert, siedeln sich die Schweinswale langsam wieder an. Dabei stehen die Wale nach wie vor auf der "Roten Liste" der akut bedrohten Arten.