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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Wattenmeer gibt mehrere Wracks frei

Auf der Sandbank Süderoogsand im schleswig-holsteinischen Wattenmeer westlich von Pellworm sind mehrere Zeugen früherer Tage aufgetaucht: Wer dort mit Schiff oder Boot vorbeikommt, kann gleich drei Wracks sehen. Die zuständige Behörde spricht von einem ungewöhnlichen Ereignis. Das sei schon seit Jahrzehnten nicht mehr vorgekommen, heißt es vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN-SH) im nordfriesischen Husum. Die Experten gehen davon aus, dass die Wracks durch Erosion an der Sandbank freigelegt wurden. Ein Schiffer hatte das ungewöhnliche Bild im Herbst entdeckt. Mit dem Schauspiel wird es aber wohl bald wieder vorbei sein: Vermutlich werden die Wracks schon bald durch Winterstürme wieder mit Sand bedeckt.

Zwei bislang unbekannte Wracks tauchen auf

Die Überbleibsel eines der Schiffe sind bereits seit längerem bekannt. Von der 1870 gestrandeten "Ulpiano" haben nach Angaben von LKN-Sprecher Hendrick Brunckhorst schon vorher Teile aus dem Sand geragt. Zurzeit liege sie aber besonders offen da. "Da kann man reingucken", erklärt Brunckhorst. Neu aufgetaucht ist dagegen ein Wrack aus der Zeit um 1700. Einzelheiten dazu sind noch nicht bekannt. Das dritte entdeckte Schiff hat einen Stahlrumpf - Typ, Alter und Herkunft sollen jetzt ermittelt werden. Alle drei werden nun von Experten des Landesbetriebs vermessen. Der Archäologe Hans Joachim Kühn hat vorgeschlagen, Materialproben zu nehmen, bevor die Wracks wieder im Wattenmeer verschwinden. Geborgen werden dürfen sie nicht.

Süderoogsand ist als Schiffsgrab bekannt

Ein Mann steht vor dem freigelegten Schiffswrack und schaut in die Kamera © dpa - bildfunk Fotograf: Hendrik Brunckhorst Detailansicht des Bildes Der Archäologe Kühn möchte gerne Proben der Überreste für eine Altersbestimmung nehmen. Der Fund von Wracks auf und an der Sandbank ist laut LKN-Sprecher Brunckhorst nichts Ungewöhnliches. Das gelte insbesondere für den Bereich rund um die Bake an der Südspitze von Süderoogsand. Dort sind auch die jetzt aufgetauchten Überreste freigespült worden. Dass die Schiffe gerade an der Stelle liegen, hat nach Meinung von Brunckhorst einen ganz einfachen Grund. "Wenn Schiffe in Seenot geraten, wollen sie sich zur Bake retten." Sie ist das einzige Bauwerk auf Süderoogsand. Die Bake dient nicht nur als Seezeichen und Leuchtfeuer, sondern auch als Zufluchtsort für gestrandete Seeleute.

Strandungen von Schiffen auf Sandbänken im Wattenmeer waren zur Zeit der reinen Segelschifffahrt nichts Ungewöhnliches. In Nordfriesland sind nach Brunckhorsts Worten seit dem Jahr 1600 etwa 800 Fälle belegt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 15.01.2013 | 19:30 Uhr

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Wattlandschaft in Schleswig-Holstein von oben. © LKN-SH-Nationalparkverwaltung Fotograf: Martin Stock
 
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Die Landschaft zählt zum UNESCO-Welterbe. Ein Blick aus der Luft. (Quelle: VIDICOM)

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