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Die Landesliste für die Landtagswahl am 6. Mai führen Monika Heinold und Spitzenkandidat Robert Habeck (l.) an.
Der zweite Tag des Landesdelegiertentreffens der Grünen in Schleswig-Holstein am Sonnabend war vom harten Kandidatenrennen um die Listenplätze geprägt. Zum Auftakt sicherte sich Eka von Kalben in einer knappen Abstimmung gegen die Landtagsabgeordnete und frühere Landeschefin Marlies Fritzen Listenplatz drei. Von Kalben bekam 54 Stimmen, Fritzen 49. Auch für die weiteren Listenplätze gab es Kampfkandidaturen. Als sicheres Ticket für den Einzug in den Landtag gelten die ersten zehn Listenplätze.
Zum Auftakt des dreitägigen Grünen-Parteitages hatten die Delegierten am Freitag die ersten beiden Kandidaten für die Liste zur Landtagswahl gewählt. Auf Platz eins der Liste steht Monika Heinold. Die Finanzexpertin erhielt 94,11 Prozent der 102 abgegebenen Stimmen. Der erste Rang geht bei den Grünen traditionell an eine Frau. Heinold war die einzige Bewerberin dafür. Ohne Gegner war auch Spitzenkandidat Robert Habeck. Mit 93,13 Prozent wurde der Fraktionschef auf Platz zwei gewählt.
Mit den beiden wollen Schleswig-Holsteins Grüne in die Regierungsverantwortung kommen. Sie sind laut Habeck bereit für den Politikwechsel zwischen Nord- und Ostsee: "Der Wahlkampf wird entschieden über den Mut, Strukturen umzubauen."
Der Bundesvorsitzende Cem Özedemir spricht auf dem Landesparteitag der Grünen in Kiel.
Der Bundesvorsitzende Cem Özdemir hatte den den Parteitag in Kiel gestern eingeläutet. In seiner Rede betonte er die Eigenständigkeit seiner Partei und attackierte die Sozialdemokraten. Es könne nicht sein, dass die SPD in Berlin oder jetzt im Saarland große Koalitionen eingehe oder anstrebe, die Grünen aus Sicht der SPD aber nur mit ihr könnten. "So haben wir nicht gewettet", sagte Özdemir unter großem Applaus der Delegierten. "Wir müssen unangepasst sein." Die Landesvorsitzende Marlene Löhr kündigte an, der Landesverband werde den Kurs der Eigenständigkeit konsequent weiterführen.
Bei der Landtagswahl im September 2009 hatten die Grünen 12,4 Prozent der Stimmen geholt. Für den 6. Mai hoffen sie auf ein noch besseres Ergebnis. Nach der jüngsten NDR Umfrage können sie mit 21 Prozent der Stimmen rechnen. Eine Koalitionsaussage wollen sich die Grünen möglichst bis zum Wahltag offen halten. Inhaltlich stehen sie der SPD näher, aber auch eine Partnerschaft mit den Christdemokraten ist denkbar. Dagegen hat sich der SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig bereits festgelegt. Er nannte die Grünen als Wunschpartner für ein mögliches Regierungsbündnis.