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Am Dienstag hat der Prozess gegen den ehemaligen Besitzer einer Tauchschule und seinen Sohn begonnen.
Im Juli 2010 sind zwei Kinder aus Hessen bei einem Tauchkurs in der Ostsee vor Fehmarn ums Leben gekommen. Vor dem Jugendschöffengericht in Oldenburg (Kreis Ostholstein) geht es seit Dienstag um die genauen Umstände des Unfalles. Der damalige Besitzer der Tauchschule am Wulfener Strand und sein Sohn müssen sich vor Gericht verantworten. Die beiden Angeklagten räumten Fehler ein.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Die beiden Männer sind angeklagt wegen fahrlässiger Tötung. Der Inhaber der Schule soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft seinen damals 20-jährigen Sohn mit der Leitung des Kurses beauftragt haben, obwohl dieser nur eine Lizenz für Tauchgänge im Schwimmbad hatte. Außerdem soll die Tauchgruppe viel zu groß gewesen sein und die Tauchausrüstung fehlerhaft.
Die Angeklagten ließen über ihre Anwälte erklären, dass sie die Größe der Gruppe sowie die Sichtverhältnisse in der Ostsee am Tag des Unglücks falsch eingeschätzt hatten. Zudem dachte der Sohn, er besitze die entsprechende Qualifikation, um solche Kurse zu leiten. Außerdem kommt der Gutachter zu dem Schluss, das die beiden Kinder für den Tauchgang falsch austariert waren und zu viel Blei am Körper hatten.
Bei dem Schnupperkurs vor eineinhalb Jahren verlor sich die sechsköpfige Anfängergruppe wegen trüber Sicht in der zweieinhalb Meter tiefen Ostsee aus den Augen. Der zehnjährige Junge wurde 20 Minuten später im Wasser leblos treibend entdeckt. Das 16-jährige Mädchen starb später im Krankenhaus. Die beiden Kinder kamen aus unterschiedlichen Familien - der Junge lebte in Guxhagen und das Mädchen in Marburg. Mit ihren Eltern hatten sie auf Fehmarn Urlaub gemacht. Der Tauchkurs sollte der Höhepunkt der Reise werden.
Der jüngere der Angeklagten hat nach eigenen Angaben das Tauchen aufgegeben. Sein Vater musste sich in der Zeit nach dem Unglück mit 400-Euro-Jobs durchschlagen, sagte er auf Befragen des Gerichts. Seine Tauchschule war von der Gewerbeaufsicht geschlossen worden. Erst kürzlich habe er wieder eine Festanstellung gefunden. Der Prozess soll am 24. Januar fortgesetzt werden. Das Urteil soll voraussichtlich Ende Februar verkündet werden.