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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Kampf der Störche: Wem gehört der Horst?

von Hanno Hotsch

Storchenvater Rolf Zietz ist unruhig: In den nächsten Tagen muss er kommen, sein Storch. Denn der Horst im Garten von Rolf Zietz in Pahlkrug (Kreis Dithmarschen) gehört seit über zwei Jahren ein und demselben Storch, der in Afrika überwintert und Anfang April über die Türkei und Polen zurückkehrt. "Ostzieher" nennt man Störche, die diesen Weg nehmen. Zweimal hat er mit demselben Weibchen in Pahlkrug gebrütet - und das sehr erfolgreich: Je vier Junge sind dort groß geworden.

Besetzt - bitte weiterfliegen?

Störche sind treu - sie kehren regelmäßig zurück, wenn sie auf einem Horst erfolgreich gebrütet haben. Rolf Zietz ist sich sicher, dass er "sein Paar" sofort wiedererkennen wird. Denn nur wenn Störche Haus, Hof und Futterstelle kennen, dann verhalten sie sich so zutraulich wie jenes Paar, auf das der Storchenvater wartet. Es gibt nur ein Problem: Seit einigen Tagen ist der Horst von einem anderen Storchenpaar besetzt.

Szenen einer Storchenehe

Ein "fliegender Holländer" - ein 13 Jahre alter Storch, geboren in den Niederlanden - und eine acht Jahre alte Storchendame aus dem Westküstenpark St. Peter Ording haben sich häuslich in Pahlkrug niedergelassen - und bereits die ersten Nächte dort verbracht. Zietz hat beobachtet, wie das Männchen das Weibchen mehrfach begattet hat.

Die Mietnomaden haben Vorsprung

Rolf Zietz vor dem Storchennest © NDR Fotograf: Hanno Hotsch Detailansicht des Bildes Storchenvater Rolf Zietz befürchtet eine blutige Auseinandersetzung um den Horst. Das neue Paar war einfach schneller, denn: Die Storchendame war erst gar nicht ausgeflogen und hat bei gutem Futter in Schleswig-Holstein überwintert. Der Storchenherr dagegen ist ein flotter "Westzieher". Das sind die Störche, die auf der Route über Frankreich bis nach Spanien ziehen und dort den Winter verbringen. Sie haben einen kürzere Rückreise als die "Ostzieher" und kommen deshalb früher in ihre Brutgebiete zurück.

"Ost-West-Konflikt" im Horst

Wenn nun der angestammte Storchenmann zurückkommt, dann werde es ziemlich sicher einen blutigen Kampf geben, sagt Rolf Zietz. Denn wenn ein Paar in den vorausgegangenen Jahren erfolgreich auf einem Horst gebrütet hat, dann kämpft es "auf Teufel komm raus" um diesen Sitz. Die Mietnomaden könnten aufgeben, weil sie in dem Nest noch keine Jungen großgezogen haben. Es kann aber auch sein, dass die "Ostzieher" von der langen Reise so erschöpft sind, dass sie einen Rückzieher machen müssen. Es wird also spannend, wenn in den kommenden Tagen in Pahlkrug die "Hausherren" einfliegen. "Die alteingessenen Brutstörche haben das ältere Hausrecht", findet Storchenvater Rolf Zietz.

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Der junge Storchenvater bewacht sein Nest in Stenbek (Kreis Segeberg) © dpa - Bildfunk Fotograf: Angelika Warmuth
 
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Über Internet kann der Flug von Weißstörchen verfolgt werden.

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Mit Hilfe einer schwarzen Tasche wird der Vogel auf den Boden gebracht. © NDR Fotograf: Peter Bartelt
 

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