Verkehrsmeldungen aus Schleswig-Holstein
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Spezialfirmen haben am Donnerstag mit dem Abbruch der alten Störbrücke bei Itzehoe (Kreis Steinburg) begonnen. Das 44 Jahre alte Bauwerk macht Platz für eine neue Brücke über den Fluss. Damit soll das Nadelöhr im Verlauf der Autobahn 23 zwischen Heide und Hamburg beseitigt werden. Der vierspurige Ausbau und damit der Lückenschluss bei Itzehoe ist nach Angaben von Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) eines der wichtigsten Verkehrsprojekte Schleswig-Holsteins.
Seit Wochen hatten Bauarbeiter auf der alten Störbrücke den Abriss vorbereitet. Die Männer entfernten Geländer, Leitplanken und Schilder und frästen die Fahrbahndecke ab. Donnerstagmittag begannen Bagger mit Beißzangen dann, die Brückenteile "abzuknabbern". Wenn sie sich gelöst haben, werden sie von der Brücke geworfen - auf spezielle Schwimm-Pontons in der Stör. Über befahrbare Planken werden die Betonplatten abtransportiert. Die Uferböschungen sind mit Fangzäunen gesichert, falls doch einige Betonteile daneben fallen sollten. Die Stör ist wegen der Bauarbeiten vorerst komplett für den Schiffsverkehr worden.
Die alte 1,2 Kilometer lange Störbrücke war 1967 im Zuge der Itzehoer Ortsumgehung gebaut worden. Jetzt sind die im Inneren gespannten Stahlseile der Brücke verrostet, eine Sanierung war wegen konstruktiver und statischer Mängel nicht machbar.
Gut 50.000 Tonnen Beton müssen abgerissen werden, unter anderem mit solchen Baggern.
Beim Abbruch müssen die Arbeiter insgesamt 50.000 Tonnen Beton abreißen. Das entspricht rund 2.000 Lkw-Ladungen. Erst wenn die alte Störbrücke komplett abgerissen und die Betonteile abtransportiert sind, kann der Neubau beginnen - voraussichtlich im Sommer 2012. In der kommenden Woche wird ein Teilstück des Gesamtprojektes neue Störbrücke für den Verkehr freigegeben. Der 1,5 Kilometer lange Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Itzehoe-Mitte und Itzehoe-Nord in Richtung Heide ist fertiggestellt. Zur Freigabe werden am Mittwoch Verkehrsminister de Jager und Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) aus dem Bundesverkehrsministerium erwartet.
Durch die dreispurige Verkehrsführung war es vor allem zu Ferienzeiten immer wieder zu Verkehrsbehinderungen und Staus auf der A 23 bei Itzehoe gekommen. Bei Unfällen auf der Brücke musste der gesamte Verkehr durch die Itzehoer Innenstadt umgeleitet werden. Das soll künftig der Vergangenheit angehören. Der Bau einer neuen 15 Meter breiten Störbrücke soll im Jahr 2015 abgeschlossen werden. Der Bund übernimmt die Gesamtkosten von rund 140 Millionen Euro.