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Ein Bandido-Mitglied soll laut Polizei jahrelang an den Sicherheitsplanungen großer Feste in Bad Segeberg beteiligt gewesen sein.
In Bad Segeberg ist die Polizei in den vergangenen Jahren offenbar immer wieder gezwungen gewesen, gemeinsam mit einem Mitglied der Rockergruppe "Bandidos" die Sicherheitseinsätze für große Feste zu planen. Dabei geht es um Veranstaltungen des Unternehmens Möbel Kraft in Bad Segeberg. Wie der Betrieb auf Anfrage bestätigte, gibt es seit etwa fünf Jahren Dienstleistungsverträge mit einem örtlichen Sicherheitsdienst. Laut Handelsregister wird in dieser Firma ein Jan-Erik L. als Prokurist geführt.
Laut Stefan Jung vom Landeskriminalamt muss die Polizei mit der Situation "professionell umgehen.
Nach Erkenntnissen der Polizei ist L. Mitglied der Rockergruppe "Bandidos". Strafrechtlich relevante Auffälligkeiten habe es in diesem Zusammenhang jedoch nicht gegeben. Trotzdem bleibe ein ungutes Gefühl, sagte Stefan Jung vom Landeskriminalamt. Da werde einerseits im Rockermillieu ermittelt, andererseits sei man hier zur Zusammenarbeit gezwungen. Gerade wenn es darum gehe, öffentliche Veranstaltungen zu schützen, dann arbeite man eng mit der Sicherheitsfirma zusammen. "Es ist problematisch, wenn wir feststellen, dass hinter dem Sicherheitsunternehmen ein führendes Bandido-Mitglied aus Segeberg steht. Damit müssen wir aber professionell umgehen", meinte Jung weiter.
Auch die Stadt Bad Segeberg weiß um das Problem. "Es gibt hier keinen Platz für Rocker", erklärte Bürgermeister Dieter Schönfeld. Rechtliche Möglichkeiten die Situation zu ändern, sieht der Verwaltungschef aber nicht. Die Aufträge für den Sicherheitsdienst sind nach Auskunft des Unternehmens Möbel Kraft regulär ausgeschrieben worden. "Der Sicherheitsdienst hat den besten Preis geboten und hatte eine gute Reputation", sagte Vorstandschef Gunnar George.
Aus diesem Grund würden L. und seine Mitarbeiter für die Sicherheit bei großen Festen eingesetzt - ebenso bei längeren Ladenöffnungszeiten oder besonderen Verkaufsaktionen. Von den Bedenken der Polizei zeigte sich George überrascht. Er hat aber gleichzeitig Gespräche mit seinem Vertragspartner in Sachen Sicherheit angekündigt. Jan Erik L. wollte sich auf Anfrage nicht äußern.