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Das Netzwerk des Neonazi-Trios reichte offenbar bis nach Schleswig-Holstein.
Das Netzwerk der mutmaßlichen Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe und deren Umfeld reicht bis nach Schleswig-Holstein. Darauf deuten Recherchen des Schleswig-Holstein Magazins und der NDR 1 Welle Nord hin. Die rechtsextreme Szene im Land mit ihren ehemals führenden Köpfen Peter Borchert, Christian Worch und Thomas "Steiner" Wulff hatte demnach einen engen Draht zu den Kameradschaften in Thüringen und anderen ostdeutschen Bundesländern. Rechtsextremismus-Experten fordern deshalb intensivere Ermittlungen in Schleswig-Holstein.
Die besagten Kontakte fanden hauptsächlich auf dem Fest der Völker in Thüringen statt, wo zum Beispiel der mögliche Hintermann des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU), Thomas G., und der Lauenburger Neonazi Thomas Wulff aufgetreten sind. Bilder, die dem Schleswig-Holstein Magazin vorliegen, belegen die Auftritte. Außerdem gibt es Aufnahmen von Thomas Wulff zusammen mit Uwe Mundlos auf einer Veranstaltung in Worms 1996.
Konzerte von Neonazi-Bands sorgen nach Ansicht von Experten für einen Austausch unter den Neonazi-Gruppierungen. (Themenbild)
Rechtsextreme Musik ist nach Ansicht von Kennern der Neonazi-Szene ein wichtiges Bindeglied zwischen den verschiedenen Gruppen und Akteuren. Die Musik werde auch genutzt, um neue Mitglieder und Sympathisanten zu werben, sagte Stefan Heerdegen von der "Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus" in Erfurt dem Schleswig-Holstein Magazin. In diesem Zusammenhang spielen die rechtsextremen Vereinigungen "Blood & Honour" und "Combat 18" eine Rolle. Sie waren bis 2003 in Schleswig-Holstein präsent. "Blood & Honour" ist ein Netzwerk neonazistischer Musikgruppen, "Combat 18" gilt als "bewaffneter Arm" dieses Netzwerkes. "Die richtig harten Neonazi-Bands sind mehr oder weniger in diesem Netzwerk organisiert. Das sorgt für Auftritte, für Austausch europaweit und ist eben insofern ein ganz wichtig Verknüpfung innerhalb der Neonazi-Szene.", so Extremismus-Experte Heerdegen.
2003 wurde in Schleswig-Holstein die Gruppe "Combat 18 Pinneberg" durch die Sicherheitsbehörden zerschlagen, nachdem bei einer Razzia in Pinneberg, Husum, Neumünster, Rendsburg und Kiel Waffen gefunden worden waren. Mitglied der Gruppe war auch der Neonazi Peter Borchert aus Neumünster. Im Schleswig-Holstein Magazin sagte der Rechtsextremismus-Experte Volkmar Wölk, dass das Zwickauer Terrortrio sich möglicherweise die Gruppe "Combat 18" als Vorbild genommen habe. Peter Borchert sei damals der führende Kopf der Gruppe in Deutschland gewesen. Dies müsse Anlass sein, auch in diese Richtung zu ermitteln, so Wölk.
Die Behörden in Schleswig-Holstein wollen sich dazu gegenwärtig nicht äußern. Sie verweisen auf die Bundesanwaltschaft. Die teilte mit, dass der Fall von "Combat 18" in Schleswig-Holstein nicht im Fokus aktueller Ermittlungen steht.