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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Mitarbeiter-Demo gegen Provinzial-Verkauf

Die Mitarbeiter der Provinzial in Kiel sind am Mittwoch bei einer Betriebsversammlung über den möglichen Verkauf des Unternehmens an den Allianz-Konzern informiert worden. Ob das Unternehmen wirklich verkauft wird, blieb offen. Die vier Eigentümer der Provinzial jedoch informierten in einer Stellungnahme, dass sie sehr zeitnah entscheiden wollen, ob das Unternehmen verkauft wird. Im Anschluss an die Versammlung trafen sie sich die knapp 1.000 Mitarbeiter zu einer Demonstration und zogen durch die Kieler Innenstadt.

Ver.di sieht Tausende Arbeitsplätze gefährdet

"Es war viel Druck auf dem Kessel in der Betriebsversammlung", sagte ver.di-Landesleiter Frank Schischefsky. Eine Übernahme durch die Allianz wäre für Gewerkschaft und Betriebsrat "eine mittelschwere Katastrophe". Nach Einschätzung der Gewerkschaft wären durch einen Verkauf an die Allianz Tausende Arbeitsplätze bei der Provinzial gefährdet. Der Allianz-Konzern soll ein enormes Interesse an einer Übernahme haben. Nach unbestätigten Berichten soll er weit mehr als den Buchwert von 2,25 Milliarden Euro für die Provinzial geboten haben. Die Eigentümer bestätigten bislang nur, dass es einen Interessenten aus dem Versicherungslager gibt. Im nordrhein-westfälischen Münster wurde auf einer Aufsichtsratssitzung darüber gesprochen.

Attacke auf Provinzial-Vorstandschef

Der THW-Beiratsvorsitzende Ulrich Rüther (l.) und Gesellschafter Dr. Georg Wegner © dpa Detailansicht des Bildes Der Vorstandsvorsitzende der Provinzial Nordwest, Ulrich Rüther, wurde von einem Unbekannten angegriffen. Die Betriebsversammlungen in Kiel und Münster waren von einem Angriff überschattet worden. Am Mittwochmorgen wurde bekannt, dass ein Unbekannter in Münster den Vorstandsvorsitzenden der Westfälischen Provinzial-Versicherung, Ulrich Rüther, angegriffen hat. Er kam in ein Krankenhaus. Am Nachmittag war Rüther auf dem Weg der Besserung. Laut Staatsanwalt hatten der oder die Täter den Vorsitzenden mit einem Schraubendreher in der Tiefgarage der Hauptverwaltung angegriffen und verletzt. Ob die Tat mit dem möglichen Verkauf der Provinzial zusammenhängt, ist noch unklar.

Wirtschaftsminister Meyer verärgert

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer äußerte sich kritisch zur Informationspolitik der Provinzial. Er rügte vor allem eine mangelnde Transparenz. Zudem sei die Landespolitik sehr spät mit einbezogen worden, sagte Meyer. "Wir sind im Moment dabei, Gespräche zu suchen und zu führen und auch kritische Fragen zu stellen, was das insgesamt für die Arbeitsplätze insbesondere in Schleswig-Holstein bedeutet", meinte der Minister.

6.000 Mitarbeiter in Westfalen und Norddeutschland

Das Unternehmen verwaltet Kapitalanlagen von fast 21 Milliarden Euro und führt 9,7 Millionen Versicherungsverträge. Damit belegt der Konzern nach eigenen Angaben Platz 17 unter den deutschen Versicherern. Eigentümer der Provinzial sind der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Westfälischen Sparkassen mit je 40 Prozent, die Sparkassen in Schleswig-Holstein mit 18 und die ostdeutschen Sparkassen mit zwei Prozent. Insgesamt beschäftigt die Gruppe 6.000 Mitarbeiter.

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