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Im Meldorfer Hafen: Die Zerlegung des 30 Tonnen schweren Pottwals ist körperliche Schwerstarbeit.
Blutiges Schauspiel im Meldorfer Hafen: Spezialisten des Westfälischen Landesmuseums für Naturkunde in Münster haben am Freitag den Kadaver des Pottwals zerteilt. Der 15 Meter lange Meeressäuger war am Dienstag im Wattenmeer unweit Pellworm gefunden und nach Meldorf (Kreis Dithmarschen) geschleppt worden. Die Präparatoren waren nicht um ihre Arbeit zu beneiden. Sie mussten den Wal ausweiden und dann die Haut-, Fett-, Muskel- und Bindegewebsschichten entfernen. Die Zerlegung und Entsorgung des stinkenden Fleisches - es sind etwa 28 Tonnen - war ein wahrer Knochenjob. Das Skelett des Tieres soll ab Herbst 2012 im Museum in Münster ausgestellt werden. Inzwischen ist auch die Todesursache geklärt. Der Wal ist in den seichten Gewässern des Wattenmeeres schlicht verhungert.
Auf dem Bauhof des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) gibt es seit einigen Tagen regen Besucherandrang: Ob Touristen oder Schleswig-Holsteiner, sie kommen in Scharen, um sich den riesigen, toten Pottwal im Meldorfer Hafen aus der Nähe anzusehen. Selbst als am Freitag, als die Messer gewetzt wurden, um den Kadaver zu zerlegen, schreckte es die Schaulustigen nicht ab. Sogar Schulklassen sahen zu. Die Mitarbeiter des Bauhofes reagierten pragmatisch und boten kurzerhand Wal-Führungen an.