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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Klagen gegen die Postbank wegen Falschberatung

In einer Filiale der Postbank findet ein Beratungsgespräch für Kunden statt. © dpa picture alliance Fotograf: Kay Nietfeld Detailansicht des Bildes Die Postbank weist den Vorwurf der Fehlberatung zurück. Der Postbank drohen weitere Klagen wegen Falschberatung. Nach Informationen der NDR 1 Welle Nord und des Schleswig-Holstein Magazins wollen 30 Kunden aus Schleswig-Holstein gerichtlich gegen die Postbank vorgehen. Der NDR hatte bereits mehrfach berichtet, dass die Postbank Kunden aus sicheren Anlagen in risikoreiche Fonds gelockt haben soll. Nach Einschätzung der Anwaltskammer Schleswig-Holstein könnten im ganzen Land Hunderte, möglicherweise sogar Tausende Anleger auch anderer Banken von Falschberatung betroffen sein.

Risikoreiche Unternehmensbeteiligungen

Konkret geht es um sogenannte geschlossene Fonds - risikoreiche Unternehmensbeteiligungen, die aus Sicht von Verbraucherschützern nicht für gewöhnliche Anleger geeignet sind. Helge Petersen, der Anwalt der mutmaßlich geschädigten Kunden, wirft der Postbank vor, gezielt in solche Anlagen zu locken, weil sie der Bank nach seinen Angaben hohe Provisionen bringen. Die Postbank weist den Vorwurf der systematischen Fehlberatung entschieden zurück. Die Berater handelten nach klaren fachlichen Vorgaben, so ein Sprecher. Es gebe strenge Qualitätsmaßstäbe. Berater, die diesen Vorgaben nicht entsprächen, müssten mit ernsten Sanktionen rechnen. Den Umfang der genannten Fälle könne man nicht nachvollziehen, sagte der Sprecher der Postbank.

Klare Vorgaben bei der Postbank

Der NDR 1 Welle Nord und dem Schleswig-Holstein Magazin liegen Unterlagen vor, aus denen hervorgeht, dass den Postbank-Beratern klare Vorgaben gemacht werden, wie viele Finanzprodukte sie verkaufen müssen und auch in welchem finanziellen Volumen. In einem Fall wird einem Mitarbeiter mit einem Eintrag in die Personalakte gedroht, sollten diese Vorgaben nicht erfüllt werden. Die Postbank bestreitet, dass es solche Maßnahmen gibt.

Jagd nach der Provision

Ein Insider, der im vergangenen Jahr noch als freier Anlageberater bei der Postbank gearbeitet hat, bestätigte die Recherchen des NDR. Entscheidend bei der Beratung seien vor allem die Höhe der Provision und der Umsatz für das Unternehmen, erläutert der Insider. Ob das Produkt für den Kunden geeignet sei, spiele eine untergeordnete Rolle. Die Postbank sagt dagegen, im Beratungsgespräch erfolge sehr wohl eine bedarfsgerechte Empfehlung. Diese richte sich nach der Risikobereitschaft der Kunden. Bei Beschwerden prüfe man jeden Einzelfall sorgfältig.

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Postbank-Logo und fliegendes Geld (Montage) © fotolia.com Fotograf: Fantasista
 

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