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Der knapp 100 Meter lange Oluf-Samson-Gang war nach dem Zweiten Weltkrieg die Rotlichtmeile in Flensburg. Die historische Gasse galt unter Seefahrern sogar als "romantischstes Bordell Nordeuropas". Mittlerweile herrscht dort tote Hose - zumindest, was das horizontale Gewerbe angeht. Boten in Spitzenzeiten bis zu 70 Damen ihre Liebesdienste an, sind es heute nur noch zwei. Jetzt leben vor allem Familien in den kleinen denkmalgeschützten Häuschen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die seit etwa 25 Jahren nach und nach saniert werden.
Auch Michael Krebs richtete für sich selbst ein Fachwerkhaus im Gang her - und ist von seinem Domizil begeistert. Auch wenn der Architekt und Restaurator "viele unruhige Nächte" hatte. Der Umbau sei unheimlich arbeitsaufwendig gewesen. Zwei Jahre werkelte er nebenbei an seinem historischen Haus. In vielen Arbeitsstunden entdeckte Krebs so manche alte Baukultur - unter anderem Reste der Wandmalerei aus dem 18. Jahrhundert.
Das neue Leben im "Oluf", wie die schmale Gasse auch genannt wird, nimmt Formen an. "Ein denkmalgeschütztes Haus hat einen gewissen Reiz", sagt Eiko Wenzel, Leiter der Abteilung Bauordnung in Flensburg. Es gebe nur noch drei Sanierungsobjekte. Es scheint, als ob ein "Jahrzehnte-Projekt" bald vollendet ist. "In wenigen Jahren ist das Ziel erreicht", meint Wenzel. Dann ist auch das letzte Bordell im "Oluf" verschwunden. Die beiden Damen dürfen ihrem Gewerbe nur noch so lange nachgehen, bis die letzten Häuser saniert sind.
So schön wie die frisch sanierten Häuschen im"Oluf" auch sind,...vielen alteingesessenen Flensburgern wird die heimelige Kiezatmosphäre am Hafen fehlen. Vor allem denen, die die Mädchen nicht nur... [mehr]