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Mit einem Gottesdienst ist am Freitag der Opfer der Brandanschläge von Mölln gedacht worden.
Zum 20. Jahrestag der fremdenfeindlichen Brandanschläge in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Mölln im Kreis Herzogtum Lauenburg ist mit einer offiziellen Gedenkfeier am Freitag an die Opfer erinnert worden. An dem Gottesdienst in der Möllner Moschee nahmen gut 500 Gäste aus ganz Deutschland teil. Neben Vertretern der Opfer-Familien waren auch der türkische Botschafter H. Avni Karslioglu, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und die Bischöfin des Sprengels Hamburg-Lübeck, Kirsten Fehrs, anwesend. In seiner Rede rief Albig alle Schleswig-Holsteiner zum Kampf gegen Hass und Gewalt auf. "Wichtig ist nicht, wo und wie wir uns einsetzen, wichtig ist, dass wir uns einsetzen", sagte Albig.
Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) beklagte den weiter vorhandenen Alltagsrassismus. Noch immer seien harte Sprüche oder Witze über Ausländer und Minderheiten an der Tagesordnung. "Dieser Form von Alltagsrassismus in geselliger Runde müssen wir - wie allen Formen des Rassismus - entschieden entgegentreten", sagte er.
Im Anschluss an den Gottesdienst legten Vertreter der Stadt und des Landes, Angehörige und Freunde Kränze an dem Haus nieder, in dem 1992 drei Menschen gestorben waren.
Am 23. November 1992 hatten Neonazis zwei von Türken bewohnte Häuser in der Möllner Altstadt in Brand gesetzt. Dabei starben die zehnjährige Yeliz Arslan, die 14-jährige Ayse Yilmaz und deren Großmutter, die 51 Jahre alte Bahide Arslan. Neun weitere Mitbürger türkischer Herkunft erlitten schwere Verletzungen. Die beiden Täter wurden zu Haftstrafen verurteilt. Sie sind mittlerweile auf freiem Fuß. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, forderte, Straßen nach den Opfern zu benennen. "Die Familie würde sich sehr darüber freuen", sagte Kolat.
"19 Jahre lang haben wir gedacht, wir sind allein. Jetzt sehen wir, dass viele an unserer Seite sind und wir wie Menschen behandelt werden", sagte Faruk Arslan. Er verlor bei dem Brandanschlag seine Mutter, seine zehnjährige Tochter und seine Nichte. Sein Sohn Ibrahim überreichte am Rande der Veranstaltung Möllns Bürgermeister Jan Wiegels (SPD) ein neues Schild für das nach seiner Großmutter benannte Bahide-Arslan-Haus. Es weist darauf hin, dass Bahide und ihre beiden Enkelinnen einem rassistischen Brandanschlag zum Opfer fielen. Auf dem bisherigen Schild ist nur von einem Brandanschlag die Rede.
Bereits in den vergangenen Tagen hatten verschiedene Veranstaltungen an den 20. Jahrestag der Brandanschläge erinnert - unter anderem am vergangenen Sonnabend. Mehr als 700 Menschen protestierten in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Die Aktion stand unter dem Motto "Mölln 1992 - Rassimus tötet".