Verkehrsmeldungen aus Schleswig-Holstein
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Stelletn am Dienstag das neue Bündnis vor: Sven Koschinski, Ina Walenda und Stefan Johnigk (v.l.).
Tiermast, Antibiotika, belastete Gewässer und Böden - immer mehr Menschen protestieren im Norden gegen die Massentierhaltung. Sie befürchten nicht nur negative Folgen für die kleineren Betriebe, sondern auch erhöhte Belastungen für die Umwelt und Gesundheit. In Schleswig-Holstein will jetzt das neue Bündnis "Bauernhöfe statt Agrar-Fabriken" Großanlagen für Hähnchen, Puten oder Schweine verhindern.
Viele Landwirte stünden vor der Frage aufzugeben oder dem Trend zu immer größeren Tierbeständen zu folgen, warnten Vertreter des Netzwerkes am Dienstag bei der Vorstellung des Bündnisses.
"Wir wenden uns an alle Parteien. Wir hoffen, dass wir gerade vor der Landtagswahl auf Gehör stoßen, sagte Ina Walenda vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland). Es gebe zur Intensivtierhaltung auch eine Alternative, nämlich eine artgerechte Tierhaltung.
Sven Koschinski von der Bürgerinitiative "Uns stinkt's" in Nehmten im Kreis Plön berichtete über einen wachsenden Unmut bei der schleswig-holsteinischen Landbevölkerung. Viele Anwohner seien über mögliche Belastungen für die Umwelt, Übertragung von Keimen und vor allem der Geruch als Bedrohung für den Tourismus besorgt, meinte Koschinski. "Tourismus und Massentierhaltung passen nicht zusammen."
Die Initiative "ProVieh - Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung kündigte für Mittwoch vor dem Landtag in Kiel einen Protest an. Anlass ist eine Parlamentsdebatte über den umstrittenen Einsatz von Antibiotika in der Tiermast.
Denn die jüngste Affäre um den Antibiotikaeinsatz bei Geflügel hat viele Menschen sensibilisiert. Ein Test des BUND hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Bei Hähnchenfleisch-Proben aus dem Supermarkt wurden Keime entdeckt, die gegen Antibiotika resistent sind. Experten warnen schon seit Langem vor einem übermäßigen Einsatz der Medizin - sowohl in der Tiermast als auch beim Menschen, damit nicht immer mehr Krankheitserreger resistent gegen die Wirkstoffe werden.