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Das Norovirus ist die Ursache der Erkrankungswelle in einem Camp für jugendliche Diabetiker in Bad Segeberg. Man habe keinen Zweifel daran, sagte der Amtsarzt der Kreises Segeberg, Boris Friege. Das hochansteckende Virus sei mittlerweile bei rund 30 Patienten nachgewiesen. Die meisten der erkrankten Jugendlichen haben die Krankenhäuser am Montag aber bereits wieder verlassen können. Spätestens am Dienstag sollen dann alle Teilnehmer zu Hause sein, sagte eine Sprecherin des Diabetiker-Camps.
Unklar ist allerdings, woher die Viren kamen. Lebensmittelkontrolleure des Kreises hatten noch in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag Proben der Lebensmittel im Zeltlager genommen - die Tests laufen. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes vermuten, dass einer der Teilnehmer unwissend die Erkrankung eingeschleppt hat. In dem Zeltlager waren seit Sonnabend rund 300 der 750 Teilnehmer an einem Magen-Darm-Infekt erkrankt. 143 von ihnen mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Sie wurden auf mehr als 20 Kliniken in Schleswig-Holstein und Hamburg verteilt. Die anderen wurden direkt auf dem Veranstaltungsgelände, dem Landesturnierplatz der Springreiter in Bad Segeberg, behandelt.
Am Sonnabend gegen 17 Uhr hatten die ersten Jugendlichen über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall geklagt, anschließend wurden es immer mehr. Einsatzkräfte aus verschiedenen Landesteilen versorgten die Patienten die ganze Nacht hindurch. 25 Rettungswagen aus fünf Kreisen sowie 30 Krankenwagen waren pausenlos im Einsatz. Bis Sonntagmittag hatte sich die Situation wieder entschärft, sagte die Sprecherin des Veranstalters, Marie-Luise Krompholz. Gut die Hälfte der Betroffenen konnte das Krankenhaus verlassen und nach Hause reisen.
Der Ärztliche Leiter, Karim El Hachimi, sagte, er sei traurig, dass das als Hilfsangebot für jugendliche Diabetiker gedachte Camp ein derartiges Ende nehme. El Hachimi lobte aber die Zusammenarbeit mit den Rettungskräften. Das Deutsche Rote Kreuz war am Sonnabend sofort informiert worden, als klar war, dass offenbar ein Infekt in dem Camp grassierte.
Noroviren sind hoch ansteckend und weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt direkt von Mensch zu Mensch, eine Infektion ist aber auch durch die Aufnahme kontaminierter Speisen oder Getränke möglich. Sie löst schwallartiges Erbrechen und heftigen Durchfall aus. Eine Norovirus-Infektion ist insbesondere für ältere Menschen und kleine Kinder gefährlich. Die ersten Symptome treten sechs bis 50 Stunden nach der Ansteckung auf und dauern in der Regel ein bis drei Tage. Die Krankheit ist meldepflichtig.
Auch viele der Teilnehmer waren enttäuscht über das unglückliche Ende der Veranstaltung. Sie zeigten sich aber erleichtert über die gute Kooperation der Rettungskräfte. Für Angehörige von Erkrankten des Diabetiker-Camps in Bad Segeberg ist eine Hotline geschaltet worden. Betroffene können unter 0170 - 6311627 fragen, in welchem Krankenhaus ihre Angehörigen behandelt werden.
Das Diabetiker-Camp wurde in diesem Jahr nach 2006 und 2008 zum dritten Mal veranstaltet. Ziel ist es, jungen Betroffenen im Alter von 16 bis 25 Jahren Wege zu zeigen, wie sie trotz der Erkrankung ein relativ normales Leben führen können - beispielsweise auch mit Hochleistungssport oder einer eigenen Familie. Veranstaltet wird das Camp von zwei Pharma-Unternehmen. Der Ärztliche Leiter El Hachimi hofft, dass es trotz der Schwierigkeiten an diesem Wochenende eine Fortsetzung geben wird.