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Innenminister Schlie will eine sogenannte Jugendtaskforce einführen - zur Vorbeugung von Straftaten.
Schleswig-Holsteins Polizei hat im vergangenen Jahr so wenig Straftaten wie seit knapp 30 Jahren nicht mehr registriert. Sorgen machen Innenminister Klaus Schlie (CDU) aber die Straftaten jugendlicher Intensivtäter. Nach seiner Ansicht muss die Bekämpfung der Jugendkriminalität weiter verstärkt werden. Der Minister kündigte am Freitag an, dass es in den elf Kreisen und vier kreisfreien Städten künftig eine sogenannte Jugendtaskforce geben soll. Ihre Aufgabe: Vorbeugung von Straftaten. "Die Jugendtaskforce ist ein neues und wichtiges Instrument, um kriminelle Karrieren junger Menschen schon früh zu erkennen und zu beenden", sagte Schlie. Der Einsatzverband soll aus Polizeibeamten, Staatsanwälten und Mitarbeitern der Jugendgerichtshilfe und Jugendhilfe gebildet werden.
Alte Regel:
Fünf Straftaten oder zwei Gewalttaten in zwölf Monaten.
Nachteil: keine qualitativen Merkmale, auch durch wiederholtes Schwarzfahren konnte der Status erreicht werden.
Neue Regel:
Punktevergabe für Straftaten: beispielsweise für Raub fünf, für gefährliche Körperverletzung drei, für Bedrohung zwei Punkte.
Sammelt ein Jugendlicher in zwölf Monaten mehr als 15 Punkte, ist er vor dem Gesetz Intensivtäter.
Vorteil: Straftäter, die schwere Verbrechen begehen, rücken schneller in den Fokus der Polizei und Justiz.
Eine Arbeitsgruppe, der neben verschiedenen Ministerien auch kommunale Landesverbände angehören, erarbeiten zunächst ein gemeinsames Handlungskonzept. Des Weiteren haben sich Innen- und Justizministerium in einem ersten Schritt auf eine neue Definition der Mehrfach- und Intensivtäter verständigt. Als jugendliche Intensivtäter gelten danach Kinder, Jugendliche und Heranwachsende bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, bei denen sich auf Grund der Anzahl und (oder) der Intensität der begangenen Straftaten eine kriminelle Karriere bereits verfestigt hat. Den verschiedenen Straftaten wird dann eine bestimmte Punktzahl zugeordnet, um einen landeseinheitlichen Standard zu erreichen.
Im vergangenen Jahr waren zum Beispiel fast 58 Prozent aller Raubdelikte auf das Konto von Jugendlichen gegangen. Von 79.000 Tatverdächtigen waren 22.000 jünger als 21 Jahre. Oft spielte Alkohol eine Rolle: Bei Gewalt- und Rohheitsdelikten hatten 41 Prozent der Jugendlichen vorher Alkohol getrunken. Die sogenannten Intensivtäter sind zwar mit drei bis sieben Prozent nur eine Minderheit von jungen Kriminellen. Allerdings begehen sie rund zwei Drittel aller Straftaten ihrer Altersgruppe.
| Jahr | Intensivtäter | männlich | weiblich |
|---|---|---|---|
| 2004 | 164 | 154 | 10 |
| 2005 | 144 | 136 | 8 |
| 2006 | 361 | 348 | 13 |
| 2007 | 651 | 621 | 30 |
| 2008 | 873 | 839 | 34 |
| 2009 | 945 | 895 | 50 |