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NDR Verkehrsstudio
Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

Verkehrsmeldungen aus Schleswig-Holstein

Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr

 

Wer zahlt die Hochwasserschäden?

von Franziska Amler

Lauenburg überflutet  Detailansicht des Bildes Viele Bewohner der Lauenburger Altstadt sind vom Hochwasser betroffen. Das Hochwasser hat Deutschland fest im Griff. Die Ratingagentur Fitch schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden auf bis zwölf Milliarden Euro und für die Versicherer auf bis zu drei Milliarden Euro. Wie hoch der Schaden für Schleswig-Holstein sein wird, ist noch unklar. Laut der Kieler Staatskanzlei könne dieser noch nicht beziffert werden. Die Behörde geht aber davon aus, dass der Schaden deutlich höher als 2011 ist - damals schlug die Flut mit 300.000 Euro zu Buche. Für betroffene Privatpersonen stellt sich die Frage, ob und welche Versicherung zahlt oder wo es finanzielle Hilfe gibt. NDR.de gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Versicherung kommt für Flutschäden auf?

Generell gilt: ohne Versicherung, kein Geld. Aber auch mit der normalen Gebäude- oder Hausratversicherung sind Überschwemmungs- und Hochwasserschäden nicht versichert. Für solche Schäden benötigen die Betroffenen eine sogenannte Elementarschadenversicherung, die es als optionalen Baustein zur Wohngebäude- und Hausratsversicherung gibt. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind rund ein Drittel aller Deutschen gegen Naturgefahren versichert. Die Versicherung kann aber nicht jeder abschließen. Wer zum Beispiel in einem extrem gefährdeten Gebiet wohnt, hat keine Möglichkeit. So wie die Bewohner der lauenburgischen Altstadt. Weil sie in einem Risikogebiet wohnen, versichert kein Unternehmen ihr Hab und Gut.

Wie muss ich mich im Schadensfall verhalten?

Ein Keller wird geflutet © dpa - Bildfunk Fotograf: Axel Heimken Detailansicht des Bildes Nasse Wände müssen getrocknet, Küchengeräte ersetzt werden. Doch wer zahlt? Im Schadensfall ist der Versicherte dazu verpflichtet, die Schäden unverzüglich dem Versicherer zu melden. Hintergrund ist, dass der Versicherer die Gelegenheit haben muss, die Ursachen, den Verlauf und das Ausmaß des Schadens selbst zu begutachten. Außerdem müssen Sachverständige eingeschaltet und Zeugen befragt werden. Das geht nicht, wenn die Schäden schon länger zurückliegen oder bereits beseitigt wurden. Kommt der Versicherte seiner Anzeigepflicht nicht rechtzeitig nach, muss der Versicherer keinen Schadensersatz mehr leisten. Der Bund der Versicherten rät deshalb, den Schaden sofort zu dokumentieren - das heißt vor allem Fotos machen. Außerdem: Keine beschädigten Sachen entsorgen und beim ersten Telefonat verbindliche Aussagen von der Versicherung fordern, wann der Gutachter kommt und welche weiteren Schritte zu tun sind.

Was zahlt die Versicherung?

Die Versicherung erstattet die Kosten für alle baulichen Maßnahmen am betroffenen Haus oder der Wohnung. Dazu gehören neben Reparaturen auch die Trockenlegung und Sanierung der Immobilie. Gezahlt wird auch für Hausrat - das heißt: beschädigte Möbel, Küchengeräte, Einrichtungsgegenstände und Elektronik. Dabei gilt der Zeitwert.

Was kann ich tun, wenn ich keine Versicherung habe?

Ein Helfer kontrolliert eine Flutschutzwand vor einem Gasthaus in Lauenburg © dpa - Bildfunk Fotograf: Christian Charisius Detailansicht des Bildes Viele Betroffene haben keine Versicherung - und dann? Der Bund der Versicherten empfiehlt Nichtversicherten, bei der nächsten Steuererklärung die Kosten für Reparaturen und Sanierungsmaßnahmen als außergewöhnliche Belastung geltend zu machen. Auch hier gilt: Beweisfotos machen und Rechnungen aufheben. Allerdings können Flutopfer auf Hilfe vom Staat hoffen. Die Bundesregierung hat bereits Soforthilfen in Höhe von 100 Millionen Euro zugesagt. In Schleswig-Holstein wurde ein Notfallfond beschlossen, eine Art Schnellzugriffs-Topf mit einem Volumen von einer Million Euro. Betroffene sollen schnell und unbürokratisch Hilfe erhalten. Angesichts der hohen Schäden durch die Flut, fordert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) "eine Versicherungspflicht gegen Naturkatastrophen".

Weitere Informationen
Eine Bewohnerin geht mit Holzbrettern eine Straße entlang. © NDR Fotograf: Michael Schröder
 

Aufräumarbeiten in Lauenburg laufen

Die Bewohner der Altstadt durften am Sonnabend erstmals zurück in ihre Häuser. mehr

Videos
Lauenburg überflutet
 
Video

Elbpegel in Lauenburg steigt kaum noch

11.06.2013 | 19:30 Uhr
NDR Fernsehen: Schleswig-Holstein Magazin

Überstanden ist das Hochwasser aber leider noch nicht.

Video starten (02:44 min)
Aktuelle Pegelstände
Pegelstände im Norden
Schnackenburgkeine Daten
Dömitzkeine Daten
Hitzackerkeine Daten
Neu Darchaukeine Daten
Bleckedekeine Daten
Boizenburgkeine Daten
Hohnstorf (bei Lauenburg)keine Daten
Reportage
Karsten Füllgrapp auf einem DLRG-Boot © NDR Fotograf: Maja Bahtijarevic
 

Baumstämme fischen: DLRG hilft bei Hochwasser

Die DLRG fährt mit dem Boot über die Elbe, um gefährliche Trümmer herauszufischen. mehr