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Übergewicht geht es in Dänemark an den Kragen: die neue Steuer soll beim Abnehmen helfen.
Fetthaltige Lebensmittel werden in Dänemark ab sofort teurer. Auf gesättigte Fettsäuren entfällt je Kilo eine Abgabe von 16 Kronen, das sind umgerechnet rund 2,15 Euro. Die Regierung in Kopenhagen hofft, dass die Dänen dadurch abspecken.
In den dänischen Supermärkten muss jetzt tiefer in die Tasche gegriffen werden. Das Päckchen Butter kostet nun umgerechnet etwa 35 Cent mehr, eine 6er-Packung Eier 20 Cent und eine Tafel Schokolade 10 Cent. Bei Käse und Fleisch steigen die Preise - je nach Fettgehalt - zwischen drei und sechs Prozent.
Der Verzehr von fettreichen Lebensmitteln trage dazu bei, dass sich Volkskrankheiten verbreiten, heißt es von der Regierung. Die Fett-Steuer soll die Bürger zu einer gesünderen Ernährung bewegen, denn Produkte mit einem geringen Anteil an Fettsäuren kosten weniger. Davon haben nach Ansicht der Regierung am Ende alle etwas, da dadurch die Kosten für die öffentliche Gesundheitsvorsorge reduziert werden können. Zudem hofft Kopenhagen auf Steuermehreinnahmen von rund 200 Millionen Euro.
Kritik kommt dagegen von der Wirtschaft. Sie stört sich vor allem an der zusätzlichen Bürokratie und den vielen Ausnahmen: Fisch und Vollmilch zum Beispiel werden nicht zusätzlich besteuert. Auch bei Ernährungsexperten sorgt die Fett-Steuer für Kopfschütteln. Sie kritisieren, dass sich auch Lebensmittel verteuern, die trotz eines hohen Fettgehalts gesund seien - wie Nüsse, Olivenöl und zahlreiche Milchprodukte.
Vor zehn Jahren war so ein Anblick nur in Amerika nichts Ungewöhnliches, inzwischen hat man sich auch in ganz Europa daran gewöhnt.
Im Vergleich zu Deutschland steht Dänemark noch verhältnismäßig gut da: Während bei uns laut einer Studie der OECD aus dem vergangenen Jahr 60 Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen als übergewichtig gelten, sind es in Dänemark "nur" 52 Prozent bei den Männern und 38 Prozent bei den Frauen. Spitzenreiter bei den Männern ist nach wie vor die USA mit 72 Prozent, bei den Frauen hat Mexiko den ersten Platz mit 64 Prozent inne. Die dünnsten Menschen wohnen in Japan.