Verkehrsmeldungen aus Schleswig-Holstein
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Michael Lange ist zur Zeit einer der wichtigsten Menschen in Lauenburg: Er ist Dammbeobachter. Seine Aufgabe ist es, regelmäßig die Deiche abzulaufen und zu kontrollieren. Jetzt beim Hochwasser ist er im Dauereinsatz - muss Schwächen der künstlichen Schutzdeiche erkennen und melden. Nachdem die Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr ihren Kampf gegen die Fluten in der Altstadt aufgeben mussten, kümmert sich Lange um die Sicherung des Industriegebietes von Lauenburg.
Große Bagger, Laster und Radlader sind seit zwei Tagen unaufhörlich an der Palmschleuse zum Elbe-Lübeck-Kanal im Einsatz. Sie schütten Kubikmeter um Kubikmeter Kies und Erde auf, um die Dämme zu verstärken. Die Motoren der schweren Maschinen laufen unter Volllast, das eigene Wort ist kaum zu verstehen. Hier steht Michael Lange und lenkt die Hilfe. Das Lauenburger Industriegebiet muss unter allen Umständen vor der Überschwemmung geschützt werden. Noch ist das Gebiet trocken: "Wir müssen hier verhindern, dass das Hochwasser in den Elbe-Lübeck-Kanal läuft. Wenn das passiert, dann wird der komplette Bereich mit seinen Chemie- und Papierunternehmen von hinten überschwemmt", stellt der Wasserbaumeister fest. Sollten die Chemikalien dieser Firmen ins Wasser laufen, gäbe es neben einer Hochwasser- auch eine Umweltkatastrophe.
Deiche oder Dämme haben die Funktion, das Hochwasser im Flussbett zu halten. Außerdem sollen sie helfen, einen Teil des Wassers kontrolliert abzuleiten. Dies geschieht, indem sie das Wasser auf der Flussseite aufnehmen und in einem Graben auf der anderen Seite langsam wieder abgeben. Dort kann es dann abgepumpt werden. Beim Damm an der Palmschleuse hat sich diese Sickerlinie nach oben verschoben. Das bedeutet, dass sich der Damm mit viel zu viel Wasser vollsaugt. Wenn das zu lang anhält, droht der Damm zu brechen. Doch Michael Lange hat das Problem im Griff: "Wir machen hier noch was drauf, verbreitern den Damm und dann sind wir auf der sicheren Seite", sagt er zuversichtlich. Am Montag haben fast 400 Helfer im Akkord angepackt und den Damm zusätzlich mit Sandsäcken verstärkt. Dieser Damm hält bestimmt, ist sich Michael Lange deshalb sicher.