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Mehr als 250 Gäste haben an der internationalen Konferenz teilgenommen.
Am Dienstag ist das dreitägige Baltic Media Forum in Kiel zu Ende gegangen. An der internationalen Ostsee-Konferenz nahmen etwa 250 Teilnehmer aus dem In- und Ausland teil - darunter auch viele prominente Gäste wie Außenminister Guido Westerwelle. Sie diskutierten seit Sonntag über die Entwicklung der Zusammenarbeit im Ostseeraum sowie die Frage nach den Perspektiven für eine künftige Weiterentwicklung und Intensivierung. Der Generaldirektor des Sekretariats des Ostseerats, Jan Lundin, zog zum Abschluss der fünften Auflage des Forums ein positives Fazit. Es sei ein Projekt, das Vorbildcharakter für die Ostsee als Region der Kooperation und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit hat, sagte er am Dienstag.
Schleswig-Holsteins ehemaliger Europaminister Gerd Walter setzte sich für die Gründung einer Kulturstiftung Ostsee ein. Die Ostseegeschichte und die Ostseekultur seien ein gemeinsamer Schatz, der bewahrt und gefördert werden müsse. Solange Kulturaktivitäten und -projekte im Ostseeraum aber weitgehend an politische Entscheidungen gebunden blieben, fehle eine dauerhafte und gesicherte Finanzierung. "Deshalb brauchen wir Förderer, denen die Kultur als Grundlage für die Verständigung und die Zusammenarbeit im Ostseeraum am Herzen liegt und die bereit sind, sich dafür zu engagieren", betonte Walter. Die Leiterin der Vertretung St. Petersburg der Handelskammer Hamburg, Gabriele Kötschau, meinte, dass Schleswig-Holstein gemeinsam mit den Ländern Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen seiner Position mehr Gewicht im Ostseeraum verleihen sollte. Nur wenn der Norden mit einer Stimme spreche, werde er im Ostseeraum wahrgenommen und könne so von den Wachstumspotentialen in der Region profitieren, sagte Kötschau.
Die Bedeutung der Ostsee als Modellregion für Europa stand im Mittelpunkt der Auftaktdiskussion am zweiten Tag des Baltic Media Forums.
Am Montag war das Baltic Media Forum im Haus der Wirtschaft in Kiel mit Vorträgen, Diskussionen und Workshops fortgesetzt worden. Am zweiten Tag der internationalen Ostsee-Konferenz diskutierten die Teilnehmer zum Auftakt über die Bedeutung der Ostsee als Modellregion für Europa. Franz Thönnes, Leiter der deutschen Delegation in der Ostseeparlamentarier-Konferenz, betonte, dass nach zwei Jahrzehnten erfolgreicher Kooperation ein zweiter Aufbruch für die Ostsee notwendig sei. Die Herausforderungen stellten sich vor allem im Umweltbereich und in den Fragen der Energieeffizienz sowie der nachhaltigen Energien.
Kurt Bodewig, Vorstandsvorsitzender des Baltic Sea Forums, forderte eine stärker projektbezogene Arbeit im Ostseeraum.
Nach den Worten Jan Lundins bezieht sich die Arbeit des Ostseerats heute deutlich stärker auf konkrete gesellschaftliche Probleme. Dabei gehe es unter anderem um grenzüberschreitende Maßnahmen gegen Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und Lohndumping im Ostseeraum, sagte der Generaldirektor des Ostseerats-Sekretariats. Kurt Bodewig möchte die Zusammenarbeit noch stärker ausbauen. Der Vorstandsvorsitzende des Baltic Sea Forums forderte deshalb eine stärkere projektbezogene Arbeit im Ostseeraum, an denen möglichst viele Partner beteiligt werden sollten. "Dabei können die Erfahrungen aus der Ostsee-Strategie der Europäischen Union eine wichtige und hilfreiche Grundlage sein", meinte der Ex-Bundesminister im Haus der Wirtschaft in Kiel.
In der Gesprächsrunde wies Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig auf die fundamentale Beziehung der Landeshauptstadt zur Ostsee hin. Kiel verstehe sich als Teil dieser europäischen Wachstumsregion, an deren weiterer Entwicklung man partizipieren und mitwirken wolle. Albig betonte, es müsse für künftigen Wohlstand und Wachstum im Ostseeraum die Zusammenarbeit weiter ausgebaut und nationales Denken überwunden werden. Bereits bei der Festveranstaltung am Sonntagabend auf Schloss Plön hatte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen darauf hingewiesen, dass Schleswig-Holstein ein verlässlicher Partner in der großen Ostsee-Familie sei.
Der Sonderbotschafter der deutschen Ostseerats-Präsidentschaft, Gerhard Almer, setzte sich beim Baltic Media Forum für einen weiteren Ausbau der bestehenden Netzwerke im Ostseeraum ein. Ein entscheidendes Thema in der Region werde in Zukunft die Frage der Energiesicherheit sein. Almer kündigte nach dem Außenministertreffen auf Schloss Plön einen weiteren Höhepunkt der deutschen Präsidentschaft an: Ende Mai werde Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Ostseegipfel der Staats- und Regierungschefs nach Stralsund einladen, sagte er. Seit Juli 2011 hat Deutschland den Vorsitz inne.
Am Sonntag war die Konferenz mit einer Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des Ostseerats auf Schloss Plön eröffnet worden.