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Unternehmer wollen Raucherpausen abschaffen

Im Dunst einer qualmenden Zigarette © dpa Detailansicht des Bildes Der Zigarettenpause am Arbeitsplatz droht das Aus - egal, ob im eigenen Raucherraum oder im Nieselregen vor der Tür. Kaum haben sich Raucher daran gewöhnt, dass sie in Restaurants und vielen Kneipen nicht mehr zur Zigarette greifen dürfen, droht ihnen neues Ungemach. Wirtschaftsverbände des Mittelstands haben die Einführung komplett rauchfreier Arbeitszeiten in Deutschland gefordert. "Schluss mit dem blauen Dunst während der Arbeit. Raucherpausen kosten die Betriebe bares Geld und stören den Arbeitsablauf", sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, der "Bild"-Zeitung. "Gymnastik statt Glimmstängel", lautet sein Vorschlag für Pausen während der Arbeitszeit.

Beschäftigte sollen Zigaretten künftig nur noch in der Mittagspause oder nach Feierabend konsumieren. Vorbild sei Schweden, wo viele Firmen das Konzept umsetzten. Die Chefin des Unternehmerverbands mittelständische Wirtschaft (UMW), Ursula Frerichs, unterstützte den Vorstoß: "Es kann nicht sein, dass Nichtraucher bestraft werden."

Verband: Raucher kosten Arbeitgeber 2.000 Euro jährlich

Selbst bei nur drei fünfminütigen Zigarettenpausen am Tag koste ein Raucher seinen Arbeitgeber im Jahr deutlich über 2.000 Euro, rechnet der BVMW vor. "Und viele kommen mit drei Zigaretten nicht aus." Einer 2009 vom Deutschen Krebsforschungszentrum veröffentlichten Studie der Universität Hamburg zufolge kosten die Kippenpausen deutsche Unternehmen im Jahr mehr als 28 Milliarden Euro.

Raucherpausen sind keine Arbeitszeit

Raucherpausen gehören in Deutschland grundsätzlich nicht zur Arbeitszeit. Auch kurze Pausen müssten Arbeitnehmer eigentlich mit der Stechuhr erfassen. Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster haben sie auch keinen rechtlichen Anspruch auf Zigarettenpausen oder einen Raucherraum. Raucherpausen seien im Gegensatz zum Gang zur Toilette oder dem Kaffee in der Büroküche keine zulässige Arbeitsunterbrechung, urteilte das Gericht 2010. Nach der Arbeitsstättenverordnung steht allen Beschäftigte ein rauchfreier Arbeitsplatz zu. Der Arbeitgeber darf das Rauchen im Büro komplett verbieten. Wer trotz Verbots qualmt, riskiert eine Abmahnung oder sogar die fristlose Kündigung wegen Arbeitszeitbetrugs.

Hamburger Gewerkschaftsbund lehnt Verbot ab

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Hamburg sprach sich gegen ein Verbot von Raucherpausen aus. "Alle Erfahrung zeigt doch, dass in jedem Unternehmen Regelungen je nach betrieblicher Situation und Arbeitsplatzgestaltung gefunden werden müssen, die allen gerecht werden", sagte DGB-Chef Uwe Grund am Freitag in Hamburg. Ein Rechtsanspruch auf bezahlte Raucherpausen bestehe zwar nicht, in vielen Betrieben seien diese aber längst geübte Praxis. Grund: "Weil die Arbeitgeber wissen: Kurze Arbeitsunterbrechungen, ob mit oder ohne Rauchen, erhöhen die Produktivität." Viel entscheidender findet er, dass der Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz funktioniere.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) erklärte, es sei Sache jedes einzelnen Unternehmens, solche Entscheidungen zu treffen - ein zusätzliches Gesetz sei überflüssig.

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Eine Zigarette liegt in einem Aschenbecher © dpa Fotograf: A3794 Peter Steffen
 

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