Grüner Krieger für neue Umwelt-Schlachten
Die "Rainbow Warrior III" ist am 14. Oktober in Berne getauft worden. 23 Millionen Euro hat das neue Greenpeace-Flaggschiff gekostet.
Bildergalerie startenDas neue Flaggschiff von Greenpeace hat auf seiner Jungfernfahrt als ersten Hafen Hamburg angelaufen. Probleme habe es während der Fahrt nicht gegeben, sagte ein Greenpeace-Sprecher. In der Hansestadt sei die Begrüßung sehr emotional gewesen. Mittwochnachmittag hatte die "Rainbow Warrior III" mit ihrer Besatzung von der Fassmer Werft in Berne abgelegt, um über die Weser zur Nordsee zu fahren. An der Überseebrücke in Hamburg können am Wochenende die ersten Besucher den 58 Meter langen Segler in Augenschein nehmen: Am 22. und 23. Oktober lädt Greenpeace zum "Open Boat" - dann kann jeder jeweils von 10 bis 16 Uhr einen Blick auf und in das Schiff werfen. Am 25. Oktober wird die "Rainbow Warrior III" in Richtung Amsterdam auslaufen.
In den nächsten Monaten fährt der Segler unter anderem noch Amsterdam, London und die Kanaren an. 2012 macht sich die "Rainbow Warrior III" dann wahrscheinlich auf den Weg nach Südamerika, um vor der brasilianischen Küste Frachter mit illegal geschlagenem Tropenholz zu blockieren. An Bord ist Platz für 32 Besatzungsmitglieder und für einen Hubschrauber, der ein großes Seegebiet absuchen kann.
Die "Rainbow Warrior III" war am Mittwochnachmittag in Berne zu ihrer Jungfernfahrt gestartet.
Im Juli 2009 hatte Greenpeace den 23 Millionen Euro teuren Neubau auf der Werft bei Bremen in Auftrag gegeben. Es ist das erste Schiff, das sich die Umweltschützer komplett nach eigenen Wünschen neu bauen ließen. Am vergangenen Freitag wurde es getauft. Laut Greenpeace-Sprecher Patric Salize ist die "Rainbow Warrior III" so konstruiert, dass sie hauptsächlich als Segelschiff verwendet werden kann. Nur bei einer Flaute springt der Dieselmotor mit Abgasreinigungsanlage ein. Sie ersetzt das bisherige Flaggschiff, das 22 Jahre im Einsatz war. Die "Rainbow Warrior II" wird künftig als schwimmendes Krankenhaus für die Hilfsorganisation Friendship in Bangladesch im Einsatz sein.
Das erste Schiff mit dem Namen "Rainbow Warrior" trug wesentlich zur Bekanntheit von Greenpeace bei. Den ersten Einsatz hatte es 1978 bei einer Kampagne gegen den isländischen Walfang. 1980 wurde es von einem französischen Marineschiff gerammt, als Greenpeace gegen die Entladung japanischen Atommülls im französischen La Hague protestierte. 1985 verübte der französische Geheimdienst einen Anschlag auf die "Rainbow Warrior" und zerstörte das Schiff. Bei diesem Anschlag starb auch der Fotograf Fernando Perreira.