In allen Wipfeln spürst Du das Rotorblatt
Der Bau von Windrädern in Wäldern sollte genehmigt werden, findet das Land Niedersachsen. NDR Redakteur Andreas Döring ist skeptisch. mehr
Zukünftig soll es in Niedersachsen auch Windkraftanlagen im Wald geben - möglicher Standort wäre der Harz.
Niedersachsen will den Bau von Windparks in Wäldern unter Auflagen gestatten. Das geht aus dem Entwurf einer Novelle zum Landesraumordnungsprogramm hervor. Ein möglicher Standort ist der Harz: Windräder auf dem Brocken kann sich der Sprecher des Nationalparks Harz, Friedbert Knolle, aber nicht vorstellen. Windräder in den Nutzwäldern der Lüneburger Heide seien aber durchaus vertretbar, sagte er NDR 1 Niedersachsen - solange Natur- und Vogelschutz eingehalten werden.
Der Ehrenvorsitzende des Vereins Harzklub, Albrecht von Kortzfleisch, lehnt Windkraftanlagen in den Wäldern strikt ab. Naturschutzgebiete müssten freibleiben. Bereits vor 14 Jahren scheiterten Pläne, eine Windanlage im Ostharz zu bauen an den Protesten der Bürger und Umweltschützer. Keinen Grund zur Aufregung sieht der Landkreis Osterode am Harz. Für den Harz sei das Thema nicht relevant, es gäbe große praktische Probleme und es wäre zu teuer und zu aufwändig, Waldflächen für Windanlagen nutzbar zu machen. In die gleiche Kerbe schlägt der Naturschutzbund Niedersachsen. Die riesigen Anlagen mit den Rotorblättern machen im Wald keinen Sinn, schon allein weil sie zu teuer würden, so NABU-Sprecher Uli Thüre. Außerdem hätten Naturschutzgesetze Vorrang. Da es sich noch um einen Entwurf zu einer Gesetzesnovelle handelt, mache sich der NABU noch keine Sorgen um den Wald.
Mit dem Bau könnte im kommenden Jahr begonnen werden. Die Masten mit den Windrädern ragen weit über die Baumwipfel hinaus. Experten sähen vor allem in Süddeutschland Bedarf an Anlagen dieser Art, heißt es in dem Bericht. In Bayern und Baden-Württemberg seien bereits rund 100 Rotoren im Wald errichtet worden.