Hochwasser: Niedersachsen kann aufatmen
Während sich im Süden und Osten Deutschlands die Hochwasserlage weiter verschärft und Städte und Gemeinden evakuiert werden müssen, entspannt sich die Lage in Niedersachsen so langsam. Noch sind die Pegelstände der Flüsse und Kanäle hoch, wie die Polizei in Braunschweig und Göttingen am Montag mitteilte. Doch das Wasser sinkt weiter und auch am Montag soll es trocken bleiben. Überflutungsgefahr besteht allerdings noch für die Aller und die Weser. Die Aller bei Verden schwillt weiterhin an. "Sobald Aller und Weser über die Deichkrone hinwegfließen, werden ein oder zwei Straßen überflutet", sagte ein Sprecher der Polizei Verden.
In Süd-Niedersachsen geht das Wasser zurück
Stand: 03.06.2013 08:47 Uhr
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Auch wenn viele Straßen im Süden des Landes noch nicht passierbar sind, kann Niedersachsen in einigen Teilen langsam wieder aufatmen.
Die Pegelständen sind laut Polizei in Braunschweig und Göttingen immer noch hoch, das Wasser ziehe sich aber langsam zurück.
Für Montag werden im Großteil des Landes keine weiteren Regenfälle erwartet.
In Langwedel (Landkreis Verden) nahe der Einmündung der Aller in die Weser hatten die Pegelstände am Sonntag die höchste Meldestufe erreicht. Beide Flüsse traten über die Ufer und überfluteten Felder und Wiesen.
Die Wassermassen lassen nicht nur die Flüsse über die Ufer treten, sondern sie weichen auch den Boden auf. Bei Hann. Münden (Landkreis Göttingen) geriet ein Hang in Bewegung und stürzte auf die B 80.
Bei dem Erdrutsch zwischen Alter Werrabrücke und Weserbrücke kam zum Glück niemand zu Schaden. 30 bis 40 Kubikmeter Geröll waren in der Nacht zu Sonnabend abgegangen.
Der Bereich ist zurzeit vollständig abgeriegelt. Es besteht Gefahr für Leib und Leben, da weitere Erdrutsche befürchtet werden.
Bis Montag wird die B 80 mindestens noch gesperrt bleiben. Dann soll ein Geologe klären, wie gefährlich die Lage vor Ort noch ist.
Vom Hochwasser eingeschlossen sind einige Häuser in Hornbostel. Deshalb bringt Britta Pfeiffer vom Pflegedienst Einkäufe zu ihren Patienten.
Landwirt Henning Städtler bringt seine Herde Rinder vor dem Hochwasser der Aller in Sicherheit.
So malerisch die Landschaft in Hann. Münden ist, genießen können die Anwohner die Flussnähe derzeit kaum. Seit Tagen steht hier alles unter Wasser.
Der Parkplatz am Fluss ist längst unbenutzbar. Nur ein verlassenes Fahrrad wartet angekettet auf seinen Besitzer.
Die Aufnahme vom vergangenen Dienstag zeigt hier noch einen reißenden Strom. Mittlerweile hat sich die Lage ein wenig beruhigt.
Doch vorüber ist die Gefahr noch lange nicht. Mit Sandsäcken müssen die alten Fachwerkhäuser der "Drei-Flüsse-Stadt" Hann. Münden vor den Wassermassen geschützt werden.
Auch der Innerstestausee bei Langelsheim im Harz war randvoll.
Das Wasser reichte bis knapp unter die Kante des Trichters. Mittlerweile wird das Wasser kontrolliert abgelassen.
Das Hochwasserrückhaltebecken Salzderhelden (Landkreis Northeim) stößt in diesen Tagen an seine Grenzen. Das Becken dient dem Hochwasserschutz des Leinetals in Südniedersachsen und ist das größte in Niedersachsen.
Das Hochwasser im Rückhaltebecken reicht bis an die Ortschaft Drüber heran.
Das Hochwasser im Rückhaltebecken reicht bis an die Ortschaft Drüber heran.
Geologe untersucht Hang an der B 80
Bei Hann. Münden bleibt die Bundesstraße 80 nach einem Erdrutsch weiterhin gesperrt. 30 bis 40 Kubikmeter Geröll waren laut Polizei am Wochenende auf die Straße gestürzt. Verletzt wurde niemand. Es bestehe aber weiterhin die Gefahr, dass noch mehr Geröll abrutsche, sagte ein Sprecher vom Hochwasserschutz der Stadt. Heute werde sich ein Geologe den Hang anschauen.
Derweil haben die Menschen im Südosten des Landes mit den Aufräumarbeiten begonnen. Vielerorts werden Folgen des Hochwassers deutlich. In Braunschweig stehen noch Keller unter Wasser.
Agrarministerium bietet Bauern Hilfe an
Die Landwirte bangen um ihre Ernte, denn viele Felder sind noch überschwemmt. Betroffen sind Mais, Zuckerrüben, Spargel und Erdbeeren, wie NDR 1 Niedersachsen berichtete. Auch die Milchbauern habe das Hochwasser der vergangenen Tage vor Probleme gestellt. Ihr Futtergras wurde Opfer der Fluten, außerdem konnten sie die Kühe nicht auf die überschwemmten Weiden lassen. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat inzwischen angekündigt, die Bauern dabei zu unterstützen, die Felder vom Schlamm zu befreien. Finanzielle Hilfen seien aber nicht geplant, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne).
Die aktuelle Hochwasserlage im Überblick
Legende
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aktueller Elbpegelstand
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Meldestufe 3
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