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Wanka verspricht Göttingen "massive Förderung"

Studenten im Hörsaal © picture alliance Detailansicht des Bildes Hat Niedersachsen zu viele Unis, um sich in der Hochschul-Landschaft behaupten zu können? Die Elite ist futsch. Daran lässt sich nach der Entscheidung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrats nichts ändern. Warum die Georg-August-Universität Göttingen keine Elite-Uni bleiben durfte, ist zwar noch nicht bekannt. Doch Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) hofft auf eine Trotzreaktion an der Universität. "Die Reaktion bei den Wissenschaftlern in Göttingen lautet: 'Jetzt gerade!'", sagte Wanka dem NDR. Sie sicherte der Universität "massive Unterstützung" der Landesregierung zu. "Das ist eine super Universität. Aber die Jury hatte sich noch mehr Steigerung gewünscht", so Wanka weiter.

Zu viele neue Universitäten?

Der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz, Jürgen Hesselbach, hat dagegen eine andere Erklärung für das Abschneiden der Georg-August-Universität: Niedersachsen habe in den vergangenen Jahrzehnten zu viele neue Universitäten gegründet - unter anderem Oldenburg, Osnabrück, Hildesheim, Vechta und Lüneburg. Klarer als bisher müsse das Land nun Schwerpunkte in der Hochschul-Entwicklung setzen.

Grenzen des Möglichen

Wenn es zu viele Hochschulen gebe, gerate ein Land an die Grenzen des Möglichen, sagte Hesselbach, der auch Präsident der TU Braunschweig ist. Er sei zwar nicht für Schließungen. Über eine Schwerpunktsetzung müsse aber nachgedacht werden. Zunächst solle aber ausgewertet werden, warum das Land im jüngsten Exzellenz-Wettbewerb so enttäuschend abschnitt. Die Zahl der Exzellenz-Cluster und Graduiertenschulen war landesweit von fünf auf vier gesunken und Niedersachsen verlor zudem seine einzige Elite-Uni.

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Gebäude der Universität Göttingen © mecom
 

Uni Göttingen gehört nicht mehr zur Elite

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Studenten als Verlierer?

Insgesamt bewertet Hesselbach die Förderung durch die Exzellenz-Initiative nicht nur positiv. Im Wettbewerb um die Millionenbeträge gebe es eine Überbetonung der Forschung. Verlierer seien flächendeckend die Studierenden. Ähnlich sieht das auch der Studierendenausschuss der Universität Göttingen. "Wir haben Hoffnung, dass sich die Professoren jetzt wieder auf die Lehre konzentrieren, anstatt Förderanträge zu schreiben", sagte die Sprecherin des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses, Pauline Wildenbauer gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Die Professoren hätten "sehr viel Energie und Zeit in die Ausarbeitung" der Anträge gesteckt, die Lehre sei vor allem in den Naturwissenschaften zu kurz gekommen, kritisierte die Asta-Sprecherin. Zwar begrüße sie es, wenn an der Uni auch geforscht werde, die Lehre dürfe darunter aber nicht leiden.

Auch Geld für Lehre in Göttingen

Romas Bielke, Sprecher der Universität, weist diese Kritik zurück und macht auf das Ziel der bundesweiten Exzellenz-Initiative aufmerksam, Leuchttürme in Forschung und Wissenschaft zu schaffen. Die Lehre habe an der Uni Göttingen nicht gelitten. Die Hochschule habe unabhängig von der Exzellenz-Initiative gerade 17 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm "Qualitätspakt Lehre" erhalten - eine Nachricht, die im Wirbel um die Exzellenz-Initiative untergegangen sei. Das Geld werde komplett für die Lehre verwendet, betont der Sprecher. Sieben Professoren seien schon eingestellt worden.

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Studenten im Hörsaal © dpa
 
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