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Wie nahe stand Holger G. der NPD?

von Angelika Henkel (NDR Fernsehen) und Stefan Schölermann (NDR info)
Am 18. Juni 2005 war Holger G. (li.), mit Oliver A. und dem heutigen stellvertretenden niedersächsischen NPD-Landesvorsitzenden Matthias Behrens (re.) bei einer Demonstration der NPD in Braunschweig. © Recherche Nord Fotograf: Recherche Nord Holger G. (v. li.) marschiert mit Oliver A. und Matthias Behrens 2005 bei einer Demo in Braunschweig. (Foto: Recherche Nord)

Fieberhaft durchsuchen Kriminalämter dieser Tage ihre Archive. Es geht um Straftaten, die möglicherweise in Zusammenhang stehen könnten mit den Taten des sogenannten Zwickauer Trios. Und es geht um mögliche Verbindungen der rechtsextremen NPD zu diesen Kreisen. Im Fokus der Ermittler steht dabei auch der 37 Jahre alte Holger G. aus Lauenau (Landkreis Schaumburg), der vor drei Wochen als mutmaßlicher Unterstützer der Gruppe verhaftet wurde und seitdem in Untersuchungshaft sitzt. Über ihn ist bei den Sicherheitsbehörden das Landes Niedersachsen wenig bekannt. Holger G. gilt als Randfigur der rechtsextremen Szene.

Holger G. an der Seite von NPD-Mitgliedern

Dem NDR liegt jetzt ein Foto vor, das belegt, dass Holger G. sich auch im Umfeld der rechtsextremen NPD bewegt hat. Es zeigt ihn als Teilnehmer einer Demonstration dieser Partei am 18. Juni 2005 in Braunschweig. Neben ihm sind der Neonazi-Aktivist Oliver A. aus Rotenburg/Wümme und der heutige stellvertretende Landesvorsitzende der NPD-Niedersachsen, Matthias Behrens, zu sehen. War Holger G. also doch nicht nur eine Randfigur in der rechtsextremen Szene, sondern aktiver Kader mit Bezügen zur NPD-Führungsmannschaft?

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Die Mitglieder der Zwickauer Terrorgruppe sollen zehn Menschen erschossen. Immer wieder werden neue Details der rechtsextremen Verbrechen bekannt. Eine Chronik bei tagesschau.de.

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NPD will nicht viel mit Holger G. zu tun gehabt haben

Der langjährige NPD-Vorsitzende in Niedersachsen, Ulrich Eigenfeld aus Oldenburg, bestreitet das. Er war Anmelder der Demonstration in Braunschweig im Jahre 2005 und kann sich nicht erinnern, dass Holger G. eine maßgebende Rolle gespielt haben könnte: "Möglicherweise habe ich sogar einmal ein Wort am Rande einer Demonstration mit ihm gewechselt. Er war aber mit Sicherheit niemand, der kontinuierlich bei der NPD tätig war", erklärte Eigenfeld auf Nachfrage.

Verfassungsschutz sieht noch keinen Beweis

Auch Niedersachsens Verfassungsschutz warnt vor zu weitgehenden Rückschlüssen: "Es ist nicht ungewöhnlich, wenn ein Mann mit rechtsextremer Ausrichtung gelegentlich auch an Aufmärschen der NPD teilnimmt", sagte die Sprecherin der Behörde, Maren Brandenburger. Die Tatsache, dass ein Szene-Angehöriger an NPD-Demonstrationen teilnimmt, sei allein kein Beweis dafür, dass die NPD in Terrorismusbezüge verstrickt sei. Niedersachsens Verfassungsschutz hatte darauf hingewiesen, dass Holger G. bis 2004 mehrfach an Demonstrationen und Aufmärschen rechtsextremer Organisationen teilgenommen hatte, unter anderem auch an einer Veranstaltung gegen die Wehrmachtsausstellung in Lüneburg im Jahre 2003.

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Der mutmaßliche Rechtsextremist Holger G. (Mitte) wird in Karlsruhe auf dem Gelände des Bundesgerichtshofes von Polizeibeamten abgeführt. In den Händen hält er den Roman "The Stand" (dt. Titel "Das letzte Gefecht") des amerikanischen Schriftstellers Stephen King. © dapd Fotograf: Daniel Kopatsch
 

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