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Tödlicher Orkan "Quimburga": 40 Jahre danach

Schon nach wenigen Stunden herrschte flächendeckende Verwüstung: Am 13. November 1972 zog einer der schlimmsten Orkane des 20. Jahrhunderts über Mitteleuropa und kostete bundesweit mindestens 73 Menschen das Leben. Allein in Niedersachsen starben 21 Menschen. Der Orkan "Quimburga" war zunächst unterschätzt worden. Bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag hatte es in Großbritannien die ersten Toten gegeben, in Norddeutschland aber blieb die Bevölkerung weitestgehend unbeeindruckt von den amtlichen Unwetterwarnungen. Viele wurden ungeschützt im Freien von den schweren Orkanböen überrascht. "Quimburga" deckte Dächer ab, ließ Kirchtürme einstürzen und knickte Bäume wie Streichhölzer um.

245 Stundenkilometer auf dem Brocken

Auf der Linie Oldenburg - Hannover - Oberharz wütete der Orkan besonders heftig. In Niedersachsen fielen dem Sturm laut Angaben der Niedersächsischen Landesforsten etwa zehn Prozent des gesamten Waldbestandes zum Opfer, knapp 50 Millionen Bäume wurden umgeworfen. Auf dem Brocken im Oberharz erreichten Böen Geschwindigkeiten von fast 245 Stundenkilometern. Der Orkan richtete einen Schaden in Höhe von 1,34 Milliarden DM an. Vier Stunden haben laut Landesforsten genügt, um auf unvorstellbar großen Waldflächen die forstliche Aufbauarbeit von mehr als einem Jahrhundert zu vernichten.

Abgedeckte Häuser, fliegende Ziegel

- Autor/in: Matthias Schuch

40 Jahre sind seit dem tödlichen Jahrhundert-Orkan "Quimburga" vergangen. Vier pensionierte Feuerwehrmänner schildern ihre Eindrücke aus der Zeit der Katastrophe.

Weitere Tote bei Aufräumarbeiten

Bei den Aufräumarbeiten nach "Quimburga" verunglückten in Niedersachsen weitere 22 Menschen bei etwa 700 Unfällen. Mit ein Grund für die hohen Schäden waren nach Angaben der Landesforsten die Monokulturen mit Nadelbäumen in den niedersächsischen Wäldern. Die Flächen, auf denen "Quimburga" gewütet hatte, wurden in den Jahren ab 1974 unter teilweise schwierigen Umständen weitgehend wieder aufgeforstet. Dabei achteten die Förster darauf, dass der Anteil von Eichen und Buchen erhöht wurde. Insbesondere Trockenheit und Wildverbiss machten den jungen Pflanzen auf den sandigen Böden des niedersächsischen Flachlandes jedoch zu schaffen. Erst 1979 war die Walderneuerung so gut wie abgeschlossen.

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Adolf Wilder, ehemaliger Forstwirt Revier Sandkrug. © NDR Fotograf: Oliver Gressieker
 
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"Auf einmal war der ganze Wald weg"

Adolf Wilder war einst Forstwirt im Revier Sandkrug. Als Augenzeuge berichtet er von den katastrophalen Ausmaßen des Orkans "Quimburga".

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Klaus Hoffmann, ehemaliger Revierleiter Augustendorf. © NDR Fotograf: Oliver Gressieker
 
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Gefährliche Aufräumarbeiten nach dem Sturm

Der ehemalige Revierleiter von Augustendorf, Klaus Hoffmann, hat nach "Quimburga" bei den gefährlichen Aufräumarbeiten mitgeholfen. An die Verletzten erinnert er sich heute noch genau.

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Rainer Städing, Pressesprecher Niedersächsische Landesforsten. © NDR Fotograf: Oliver Gressieker
 
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"Quimburga" ist noch heute sichtbar

"Quimburga" hat Narben im Wald hinterlassen, die für Kundige noch heute erkennbar sind. Rainer Städing von den Niedersächsischen Landesforsten klärt auf.

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