Ein Klavier steht im Wald - still und stumm
Mitten im Wald bei Barterode hat eine Spaziergängerin ein Klavier gefunden. Die Tasten sorgfältig abgedeckt, stand es zwischen den Bäumen, als warte es auf seinen Pianisten. (19.04.2012) mehr
Ein bewegendes Jahr hat die Polizei in Niedersachsen hinter sich. Neben der gewöhnlichen Jagd auf Verbrecher, Raser und Radfahrer ohne Licht wurden die Polizisten auch zu Einsätzen gerufen, die sicherlich auch den mürrischsten Beamten zum Schmunzeln gebracht haben. Einer dieser Einsätze ereignete sich in Braunschweig. Völlig verängstigt rief eine Frau bei der Polizei an und erklärte, dass ihr auf einer Brücke im Norden der Stadt ein Tiger über den Weg gelaufen sei. Todesmutig machte sich eine Streife auf den Weg zum beschriebenen Ort. Dort stand die gestreifte Wildkatze auch noch auf der Brücke - regungslos. So sollte es auch bleiben, als sich die Beamten näherten: Bei der vermeintlichen Raubkatze handelte es sich um ein 80 Zentimeter großes Exemplar aus Plüsch.
Die Braunschweiger scheinen entweder zu den besonders schreckhaften Menschen oder zu jenen mit besonders schlechten Augen zu zählen. Denn ebenfalls dort rückte die Polizei gleich mit vier Streifenwagen an, nachdem eine 48-Jährige einen bewaffneten Überfall gemeldet hatte. Die Frau war an einer Wohnung vorbeigekommen und hatte durch ein Fenster einen Mann mit einem Revolver in der Hand gesehen. Als die Polizisten die Wohnung stürmten, hatten sie allerdings keinen Mann aus Fleisch und Blut vor sich - sondern ein Poster.
Dagegen war das Klavier, das eine Spaziergängerin im Wald in Barterode (Landkreis Göttingen) entdeckte, keine optische Täuschung. Die Tasten des historischen Instruments waren ordentlich mit einem grünen Filztuch abgedeckt. Das Instrument funktionstüchtig. Da sich bei der Polizei trotz öffentlicher Suche kein Eigentümer des Klaviers aus dem Hause Roloff (Neubrandenburg) meldete, durfte die Finderin das Instrument behalten.
Anstatt auf die Suche nach einem Besitzer musste sich die Polizei in Salzbergen (Landkreis Emsland) dagegen auf die Suche nach dem Dieb machen. Dort hatten Unbekannte den Teufel aus der katholischen Cyriakus Kirche gestohlen. Mit einem Messer hatten sie die Satan-Darstellung in Form einer gargoyleähnlichen Drachengestalt aus einem etwa drei Meter langen und 1,50 Meter breiten Ölgemälde aus den 1950er-Jahren geschnitten und mitgenommen. Bis zum Jahrsende konnte die Polizei den Diebstahl nicht aufdecken.
Mit einer ganz anderen Form von Diebstahl hatte es die Polizei in Wunstorf (Region Hannover) zu tun. Dort stibitzte ein Dreijähriger seiner schlafenden Mutter den Autoschlüssel aus der Tasche, um sich auf eine kleine Spritztour zu begeben. Offenbar schloss er die Autotür selbstständig auf, steckte den Schlüssel ins Zündschloss und startete das Auto. Um das Gaspedal zu betätigen, setzte er sich dann vermutlich in den Fußraum. So schaffte er es, das Auto rückwärts in Bewegung zu setzen: zunächst über eine Verkehrsinsel hinweg, dann gegen zwei Warntafeln, weiter quer über die Straße und einen Gehweg, bis die Fahrt schließlich vor einem Gartenzaun endete. Der Crashkurs des Knirpses hatte die Aufmerksamkeit der Nachbarn erregt, die den Kleinen sofort zu seiner Mutter brachten.
Viel Aufmerksamkeit zog auch ein 46-Jähriger am Hauptbahnhof Braunschweig auf sich. Der Mann ließ am Bahnsteig bei einem kleinen Striptease alle Hüllen fallen. Während die anderen Reisenden empört die Polizei riefen, war seine Freundin offenbar so begeistert von der Showeinlage, dass sie sie gleich mit ihrem Handy filmte. Doch anstatt eines Andenkens für gemeinsame Videoabende, kam dem Mann die Aufnahme teuer zu stehen. Das Video diente als Beweis für seine exhibitionistischen Handlungen. Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf.
Solche Eskapaden am Bahnsteig blieben einer Französin am Hundertwasserbahnhof in Uelzen erspart. Allerdings wäre sie bei solch nackten Tatsachen vielleicht wieder in den Zug gestiegen, um ihr eigentliches Ziel Hamburg zu erreichen. So blieb sie in Uelzen, dachte aber sie sei in Hamburg. Da niemand in der 34.000-Einwohner-Stadt so recht Französisch sprechen wollte, rief ein an der Fremdsprache verzweifelnder hilfsbereiter Uelzener die Polizei. Die Beamten halfen der Madame, besorgten ihr ein Hotelzimmer und überprüften sicherheitshalber auch ihre Papiere - alles in Ordnung. Am zweiten Tag landete die Dame wieder bei der Polizei, als ein Taxifahrer mit ihr einfach nicht weiter wusste. Auf dem Revier brachten die Beamten endlich Licht ins Dunkel, als die Frau ihre ganzen Papiere auf den Tisch legte - und sich darunter auch eine Fahrkarte von Hannover nach Hamburg befand.