Online-Banking fast geknackt
Betrüger haben im Landkreis Rotenburg den Computer eines Bankkunden manipuliert. (06.09.2011) mehr
Das Online-Banking nutzen zurzeit etwa 27 Millionen Deutsche.
Rund um die Uhr Bankgeschäfte ganz bequem erledigen, egal, wo man gerade ist: Online-Banking per Computer oder auch per Handy boomt in Deutschland. Laut einer Studie des Brancheverbands BITKOM vom Februar 2011 nutzen derzeit etwa 27 Millionen Deutsche das Online-Banking. Sie ziehen auch immer mehr Betrüger an, die mit unterschiedlichen Mitteln versuchen, die Sicherheitssysteme der Banken zu umgehen. Welche Methode sie dafür auch benutzen, es geht immer darum, an die Daten der Kontoinhaber zu kommen.
Das sogenannte Phishing ist eine beliebte Methode bei Kriminellen, um die PIN oder TANs herauszufinden. Die Betrüger geben sich dabei zum Beispiel als Vertreter der Bank aus und verwenden E-Mails oder gefälschte Webseiten. Dort werden Kontonutzer aufgefordert, ihre Daten einzugeben, die dann abgefangen werden.
Trojaner und Viren spähen häufig gezielt Nutzerdaten aus.
Noch hinterhältiger ist der Phishing-Angriff über einen Trojaner. Das ist ein Spionage-Programm, das sich wie ein Computer-Virus auf der Festplatte einnistet. Das Programm beobachtet Banktransaktionen, speichert dann Kontonummer, PIN und andere Informationen und leitet diese an die Betrüger weiter. Bei einer der nächsten Online-Sitzungen wird die Transaktion dann manipuliert. Der Betrag einer Überweisung wird erhöht und das Geld landet auf einem anderen Konto.
Tipp: Aktuelle Browser haben relativ gute Filter eingebaut, die falsche Webseiten erkennen und vor ihnen warnen. Eine Bank wird Sie zudem niemals nach Ihren Passwörtern fragen - weder persönlich, noch am Telefon, noch per Mail. Beantworten Sie daher diese Anfrage nicht und geben die Daten auch nur ein, wenn Sie über eine sichere, verschlüsselte Internet-Verbindung surfen. Erkennbar ist das an dem Kürzel "https" statt "http" am Anfang der Adress-Zeile in ihrem Browser.
Als relativ sicher gilt derzeit das "mTAN"-Verfahren, bei dem eine TAN jeweils für eine ganz konkrete Aktion eines Bankkunden generiert und dann per SMS verschickt wird. So konnte zum Beispiel ein 37-Jähriger aus Horstedt (Landkreis Rothenburg) vermeiden, dass fast 5.000 Euro auf einem fremden Konto landen.
Online-Kriminelle benutzen häufig unwisende Mittelsmänner für Überweisungen von gestohlenen Geldern. In Anzeigen werden zum Beispiel "Finanzagenten" gesucht, die ihr Konto für die Weiterleitung von verschiedenen Beträgen zur Verfügung stellen sollen. Auch wenn man als ein solcher "Finanzagent" vielleicht gar nichts Böses im Sinn hat, kann man sich wegen Geldwäsche strafbar machen.
Bankgeschäfte auf fremden Rechnern sollten vermieden werden.
Auf Rechnern, die öffentlich zugänglich sind, lassen sich leicht Trojaner installieren. Außerdem hinterlässt man beim Benutzen der Computer immer Spuren, die sogar ohne zusätzliche Schadsoftware auszuspionieren sind.
Tipp: Bankgeschäfte sollten in der Regel nie auf fremden Rechnern getätigt werden, über die man keine vollständige Kontrolle hat. Das gilt für Computer am Arbeitsplatz und natürlich erst Recht für Internetcafés. Wenn es gar nicht anders geht, sollten Sie den Cache ihres Internet-Browsers nach der Sitzung löschen.
Bei drahtlosen Internet-Zugängen gibt es das Risiko, dass Schadprogramme über die WLAN-Schnittstelle auf den Computer geschleust werden. Beim Mobile Banking mit dem Handy gibt es zum einen die Gefahr, dass man das Gerät unterwegs verliert. Auf dem Telefon gespeicherte Bankdaten und Zugänge können so in falsche Hände geraten. Zum anderen tauchen auch immer wieder Viren für Handys auf, die im Prinzip nichts anderes als kleine Computer sind. Diese Schadsoftware kann zum Beispiel über eine MMS übertragen werden.
Tipp: Den WLAN-Zugang unbedingt verschlüsseln und zwar möglichst mit einem langen Passwort, das Sonderzeichen und Zahlen enthält und mit der WPA2-Methode, die als relativ sicher gilt.
Beim Mobile Banking ist im Prinzip dasselbe zu beachten, wie beim normalen Online-Banking. Weil hier allerdings noch nicht so viele Betrugsfälle bekannt wurden, gibt es ein trügerisches Sicherheitsgefühl bei vielen Nutzern. MMS-Nachrichten von unbekannten Empfängern sollten Sie nicht öffnen.