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Ging Weihnachtsgeld für Abfindungen drauf?

Das St. Marienhospital Vechta. © NDR Fotograf: Silke Rudolph Detailansicht des Bildes Die Angestellten im St. Marienhospital in Vechta bekommen in diesem Jahr kein Weihnachtsgeld ausgezahlt. Diese Adventszeit wird vermutlich nicht besonders besinnlich - zumindest nicht für die etwa 2.300 Mitarbeiter der vier Krankenhäuser des katholischen Klinikverbundes Oldenburger Münsterland. Der Verbund hat seinen Angestellten kurzerhand das Weihnachtsgeld gestrichen. Der Grund: Der Klinikverbund hat sich nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen im Streit von zwei Ärzten getrennt, denen Abfindungen von zusammen knapp drei Millionen Euro gezahlt werden mussten. Damit fehlte das Kapital für das Weihnachtsgeld der übrigen Belegschaft. Das Gesamtdefizit des Klinikverbundes liegt nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen mittlerweile bei 5,4 Millionen Euro.

Geschäftsführung weist Zusammenhang zurück

Besonders sauer sind die Beschäftigten aber darüber, dass sie erst jetzt und dann auch noch aus der Presse von diesem Skandal erfuhren. Und das, obwohl die Höhe der Abfindungen bereits im März dieses Jahres feststand und damit auch, dass die Klinikkasse leer war. Helmut Themann, Sprecher der Geschäftsführung des Verbundes, wies einen direkten Zusammenhang von Abfindungszahlungen und gestrichenem Weihnachtsgeld zurück. Im Interview mit der "Nordwest Zeitung" (Dienstagausgabe) sagte er: "Die momentan schwierige wirtschaftliche Situation beruht auf anderen mittelfristigen Faktoren." Christa Schierhold von der Mitarbeitervertretung sagte NDR.de, dass einige Mitarbeiter die gezahlten Abfindungen an zwei Ärzte durchaus mit der finanziellen Schieflage in Verbindung bringen. Doch die Mitarbeitervertretung warte die Ergebnisse des unabhängigen Wirtschaftprüfers ab. "Alles andere wäre Spekulation", so Schierhold.

Protest der Assistenzärzte

Das St.-Josefs-Hospital Cloppenburg. © NDR Fotograf: Silke Rudolph Detailansicht des Bildes Auch im St.-Josef-Hospital in Cloppenburg gibt es 2012 kein Weihnachtsgeld. In den Krankenhäusern des Verbundes regt sich jetzt Widerstand: Etwa 30 Assistenzärzte des Cloppenburger Krankenhauses protestieren in einem offenen Brief gegen das Gebaren der Geschäftsführung. Die Mediziner sprechen von "schlechtem Stil", insbesondere weil die Leitung die Einschnitte vorher nicht angekündigt hatte. Vor allem für nichtärztliches Personal der unteren und mittleren Lohngruppen sind die jetzigen Kürzungen eine erhebliche soziale Härte, heißt es im Protestschreiben. Die Assistenzärzte hatten in der Vergangenheit mehrfach auf Lohnerhöhungen verzichtet, um die finanzielle Schieflage ihrer Klinik aufzufangen.

 

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