Plastikfahnen sollen Rosdorfer Vögel schützen
Die Tiere waren regelmäßig in Stromleitungen geflogen. (18.08.2011) mehr
Die Uferschnepfe fühlt sich auch in Niedersachsen wohl.
Auch wenn man es bei diesem Winterwetter zurzeit nicht sieht: Niedersachsen ist Wiesenvogelland. Uferschnepfe, Rotschenkel oder Wachtelkönig sind hier heimisch. Bei einigen Vogelarten leben zwei Drittel des deutschen Gesamtbestandes auf niedersächsischen Wiesen. Doch dieser Gesamtbestand ist bei vielen Arten auch stark bedroht - denn durch die immer intensivere Landwirtschaft werden Brutgebiete in naturbelassenen Wiesen immer seltener.
Ein neues Wiesenvogelschutzprojekt soll etwas dagegen tun. Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner stellte es am Mittwoch in Moormerland bei Leer vor. Es ist das bislang größte Vogelschutzprojekt in Niedersachsen. Die Maßnahme sei notwendig, weil der Bestand durch den Agrarwandel stark abgenommen habe, erklärte Birkner. Niedersachsen ist nach seinen Angaben das wichtigste Wiesenvogelland in Deutschland und habe deshalb eine besondere Verantwortung.
Mehr als 22 Millionen Euro fließen in den kommenden neun Jahren in den Schutz der heimischen Wiesenvögel. Das Ziel ist, die Lebensbedingungen für Kiebitz, Bekassine oder Brachvogel in zwölf niedersächsischen Vogelschutzgebieten zu sichern und zu verbessern und das möglichst gemeinsam mit der Landwirtschaft. Die Flächen sollen den Landwirten weiterhin zur Grünlandnutzung zur Verfügung stehen, aber im besseren Einklang mit dem Vogelschutz.
Kreislandvolk-Geschäftsführer Rudolph Bleker aus Leer begrüßt das Projekt grundsätzlich. Wichtig sei den Landwirten, dass das Geld nicht genutzt werde, um zusätzliche Flächen zu kaufen und zu vernässen - denn damit würden die ohnehin knappen Flächen für die Landwirtschaft unbrauchbar. Besser sei, sich mit Landwirten abzustimmen. So könnten zum Beispiel vorübergehend brachliegende Nutzflächen für die Wiesenvögel aufbereitet werden, so Bleker.
60 Prozent der Projektkosten zahlt die EU, den Rest zum Großteil das niedersächsische Umweltministerium. Aber auch der Landkreis Leer und die Naturschutzstiftung vom Kreis Emsland beteiligen sich.