Anklage gegen Ex-Reeder Niels Stolberg
Gegen den ehemaligen Chef der Bremer Beluga-Reederei, Niels Stolberg, ist Anklage erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Kreditbetrug vor. Weitere Anklagen werden folgen. (01.02.2013) mehr
Der Gründer des Reedereiunternehmens Beluga, Niels Stolberg. (Archiv)
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat das Verfahren wegen Verdachts auf illegalen Waffentransport auf einem Beluga-Frachter zurück nach Bremen überwiesen. Vergangenen November war durch Recherchen des NDR bekannt geworden, dass die "Beluga Eternity" bereits 2009 unter anderem 16 Panzer aus der Ukraine in das südostasiatische Myanmar geliefert haben soll. Wegen der dort herrschenden Militärdiktatur unterliegt Myanmar nach wie vor einem EU-Waffenembargo.
Die Bremer Staatsanwaltschaft prüft, ob die ehemalige Beluga Reederei gegen das Embargo verstoßen hat. Denn an dem Verdacht und an der Relevanz der Vorwürfe habe sich nichts geändert, sagte Frank Passade, Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, dem NDR - auch wenn die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe für sich vorerst keine Zuständigkeit sehe. In deren Bereich würden die Ermittlungen unter anderem fallen, wenn die politischen Beziehungen zwischen den beteiligten Staaten, also Deutschland, der Ukraine und Myanmar, belastet worden wären. Das war offenbar nicht der Fall. Sollte es aber im weiteren Verlauf des Verfahrens Hinweise darauf geben, nehme der Generalbundesanwalt seine Ermittlungen wieder auf.
Nach Recherchen von Hallo Niedersachsen hatte die Staatsanwaltschaft in Bremen seit fast 18 Monaten gegen drei Beschuldigte in dieser Sache ermittelt, darunter auch gegen den früheren Beluga-Chef Niels Stolberg selbst. Der sagte dem NDR, er wisse nichts von den Vorwürfen, er habe darüber keinerlei Informationen und sei sich ziemlich sicher, dass Beluga nie Sachen gemacht habe, die nicht erlaubt waren.