"Rainbow Warrior III" im Hamburger Hafen
Nach seiner Jungfernfahrt hat das neue Flaggschiff der Umweltorganisation Greenpeace im Hamburger Hafen angelegt. Am Wochenende kann die "Rainbow Warrior III" dort besucht werden. mehr
Die Aktivistin Melina Laboucan Massimo und Greenpeace-International-Chef Kumi Naidoo waren bei der Zeremonie in Berne dabei.
"Rainbow Warrior" - der Name steht gleichermaßen für die Geschichte von Greenpeace und den engagierten Kampf seiner Aktivisten gegen die Zerstörung der Umwelt. Inzwischen besteht die Umweltschutzorganisation auf den Tag seit genau 40 Jahren. Und am Freitag hat Greenpeace sein drittes Flaggschiff gegen Umweltverbrechen in Stellung gebracht: Auf der Fassmer Werft in Berne (Landkreis Wesermarsch) wurde es auf den Namen "Rainbow Warrior III" getauft. Gleich beim ersten Versuch zerschellte die Champagner-Flasche am Rumpf des 58 Meter langen Schiffes. Taufpatin war die kanadische Greenpeace-Aktivistin Melina Laboucan Massimo, die dem Indianervolk der Cree angehört und sich in ihrer Heimat unter anderem an Kampagnen gegen die Ölverschmutzung beteiligt.
Die neue "Rainbow Warrior" setzt nach Angaben von Greenpeace auch neue Maßstäbe in Sachen Umweltfreundlichkeit: Fünf Segel mit 1.300 Quadratmetern Segelfläche sollen dafür sorgen, dass nur bei einer Flaute die verbrauchsarmen Dieselmotoren angeworfen werden müssen. Bis zu 14 Knoten können auf See erreicht werden. Eine Trinkwasseraufbereitungsanlage sowie der Verzicht auf PVC und Tropenholz machen das Schiff zu einem vorbildlichen Segler. Ebenfalls an Bord: ein Hubschrauber-Landeplatz und vier Schlauchboote.
Rund 23 Millionen Euro hat der neue Regenbogen-Krieger gekostet. Mehr als 100.000 einzelne Spender, so Greenpeace, haben den Bau unterstützt. Dabei durfte sich jeder von ihnen aussuchen, in welchen Teil des Schiffes sein Geld fließen sollte.
Am 22. und 23. Oktober können Interessierte das neue Greenpeace-Schiff besichtigen.
Nach der Taufe führt die Jungfernfahrt die "Rainbow Warrior III" nach Hamburg. An der Überseebrücke im Hamburger Hafen können dann auch die ersten Besucher das Kampagnenschiff in Augenschein nehmen: Am 22. und 23. Oktober lädt Greenpeace zum "Open Boot" - dann kann jeweils von 10 bis 16 Uhr jeder einen Blick auf und in die Räumlichkeiten des Schiffes werfen. Am 25. Oktober läuft die "Rainbow Warrior III" dann in Richtung Amsterdam aus.
Das neue Flaggschiff der Umweltschützer war bereits Anfang Juli zu Wasser gelassen worden. Dort mussten dann aber noch einige Arbeiten erledigt werden: Unter anderem wurden die Masten für die fünf Segel gesetzt. Es ist das erste Schiff, das sich die Umweltschützer komplett nach eigenen Wünschen neu bauen ließen. Laut Greenpeace-Sprecher Patric Salize ist die "Rainbow Warrior III" so konstruiert, dass sie hauptsächlich als Segelschiff verwendet werden kann. Sie soll weltweit im Kampf gegen Umweltzerstörung und Wal-Fang eingesetzt werden und die "Rainbow Warrior II" ersetzen, die 22 Jahre für Greenpeace auf den Weltmeeren im Einsatz war. Doch ausgedient hat die "Rainbow Warrior II" noch nicht: Sie wird künftig als schwimmendes Krankenhaus für die Hilfsorganisation Friendship im Einsatz sein.
Das erste Schiff mit dem Namen "Rainbow Warrior" trug wesentlich zur Bekanntheit von Greenpeace bei. Den ersten Einsatz hatte das Schiff 1978 bei einer Kampagne gegen den isländischen Walfang. 1980 wurde es von einem französischen Marineschiff gerammt, als Greenpeace gegen die Entladung japanischen Atommülls im französischen La Hague protestierte. 1985 verübte laut Greenpeace der französische Geheimdienst einen Anschlag auf die "Rainbow Warrior" und zerstörte das Schiff. Bei diesem Anschlag starb auch der Fotograf Fernando Perreira.