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Grenzwerte beim MOX-Transport unterschritten

Die von Greenpeace veroeffentlichte Luftaufnahme zeigt das von zwei Polizeibooten begleitete Schiff "Atlantic Osprey" (M.), das plutoniumhaltige Mischoxid-Brennelemente geladen hat, auf dem Weg nach Nordenham. © dapd-bildportal.de Fotograf: Fred Dott/Greenpeace/dapd Detailansicht des Bildes Begleitet von Protesten waren die Speziallaster erst über den See-, dann über den Landweg nach Grohnde gekommen. Unter großem Protest erreichten in der Nacht zu Montag zwei Fahrzeuge aus dem britischen Sellafield das Kernkraftwerk Grohnde (Landkreis Hameln-Pyrmont). Geladen hatten die Speziallaster plutoniumhaltige Brennelemente. Die zugelassenen Strahlungsgrenzwerte sollen bei dem Transport allerdings nicht überschritten, sondern "weit unterschritten" worden sein, teilte das niedersächsische Umweltministerium mit.

0,02 Millisievert pro Stunde an der Lkw-Oberfläche

Bereits vor dem Start sei an beiden Transportfahrzeugen die Radioaktivität gemessen worden sein. Die sogenannte Dosisleistung an der Oberfläche der Fahrzeuge betrug demnach 0,02 Millisievert pro Stunde (MSv/h), in zwei Metern Abstand lag sie bei 0,008 mSv/h. Der Grenzwert nach Gefahrgutrecht liege bei 0,1 MSv/h.

Allerdings sind die Brennelemente, die Grohnde erreicht haben, nur Teil eins einer strahlenden Lieferung: Bereits im November könnten die nächsten acht Brennelemente aus Sellafield in das AKW im Weserbergland geliefert werden. Auch dieser Transport würde vermutlich per Schiff bis nach Nordenham (Landkreis Wesermarsch) und dann weiter über die Straße nach Grohnde abgewickelt werden.

Brennelemente aus La Hague für Lingen

AKW-Betreiber E.ON erwartet bundesweit noch 60 Mischoxid-Brennelemente (MOX) aus dem französischen La Hague. Diese werden nach Brokdorf in Schleswig-Holstein und ins AKW Isar 2 nach Bayern gebracht. Im zweiten niedersächsischen Atomkraftwerk, im AKW Emsland in Lingen, dürfen keine MOX-Brennelemente aus Sellafield eingesetzt werden, erklärte ein Sprecher des Betreibers RWE. Anders sieht es mit MOX-Brennelementen aus, die aus der Wiederaufarbeitung in La Hague stammen. Die werden im bayerischen Grundremmingen und auch in Lingen eingesetzt. Ob und wann hier Transporte ins Emsland zu erwarten sind, konnte der RWE-Sprecher nicht sagen.

"Der Einsatz dieser plutoniumhaltigen Brennstäbe ist hochgefährlich", erklärte Heinz Smital, Atomphysiker von Greenpeace. Mit den MOX-Elementen sei ein schwerer Atomunfall wahrscheinlicher. Vor allem nach den Erfahrungen in Fukushima sollten die Brennelemente aus der "skandalträchtigen Atomanlage in Sellafield" entsorgt werden, forderte Smital. Die für Grohnde bestimmten Brennelemente enthalten laut Umweltschützern mehr als 300 Kilogramm Plutonium. Das sei genug, um rund 40 Atombomben zu bauen.

MOX-Transporte beschäftigen den Landtag

Die MOX-Transporte werden in dieser Woche auch den Landtag beschäftigen. Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel und die Grünen-Abgeordnete Ina Korter aus der Wesermarsch wollen in einer Kleinen Anfrage von der Landesregierung wissen, wie sie für die Sicherheit der Bevölkerung während der Transporte sorgen will. Sie befürchten, dass die vom Transport betroffenen Landkreise keine entsprechenden Katastrophenschutzpläne haben. Auch die Partei die Linke warnte vor möglichen Gefahren durch den Transport: Eine Sicherheitsüberprüfung aus dem Jahr 2006 zeige, dass es auf dem Schiff erhebliche Mängel gebe, sagte Kurt Herzog, Umweltexperte der Fraktion.

 

Was sind Mischoxid-Brennelemente?

Mischoxid-Brennelemente, kurz Mox-Elemente, enthalten anders als Brennelemente aus reinem Urandioxid noch ein weiteres Oxid - meistens Plutoniumdioxid. Wegen seiner stärkeren Radioaktivität ist Plutonium allerdings deutlich gefährlicher als Uran. Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz geben Mox-Elemente "im Vergleich zu abgebrannten Brennelementen nur eine vergleichsweise geringe Strahlung ab". Das in ihnen enthaltene Plutonium dürfe aber "keinesfalls in die Umwelt gelangen, da das Einatmen schon kleinster Mengen Lungenkrebs hervorrufen kann". Atomkraftgegner kritisieren, dass zur Herstellung und Auslieferung der Mox-Brennstäbe Plutonium oft über weite Strecken transportiert werden muss, was das Unfallrisiko erhöhe. Zudem warnen sie davor, dass bei MOX-Elementen die Kettenreaktion leichter außer Kontrolle geraten kann und ein Atomkraftwerk schlechter zu kontrollieren sei.

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Speziallaster mit MOX-Brennelementen auf dem Weg ins Akw Grohnde, begleitet von einem großen Polizeiaufgebot © dpa Bildfunk Fotograf: Ingo Wagner
 
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Speziallaster mit MOX-Brennelementen auf dem Weg ins Akw Grohnde, begleitet von einem großen Polizeiaufgebot © dpa Bildfunk Fotograf: Ingo Wagner
 
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MOX-Elemente erreichen Nordenham

23.09.2012 | 19:30 Uhr
NDR Fernsehen: Hallo Niedersachsen

Die plutoniumhaltigen Brennelemente sind für das AKW Grohnde.

Video starten (03:23 min)
Hintergrund
Atomkraftwerk Grohnde © dpa
 

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