"De fofftig Penns" mit ihrem Song "De Biet"
Die drei jungen Musiker Jakob Köhler, Malte Battefeld und Torben Otten zeigen mit "De Biet" was guter plattdeutscher Hip-Hop ist.
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"De fofftig Penns" machen ihr eigenes Ding - nämlich Hip-Hop op Platt.
Plattdeutsch und Hip Hop: Auf den ersten Blick liegen diese beiden Begriffe etwa so weit auseinander wie Seniorenheim und Rock-Festival. Das beides trotzdem gut zusammen passen kann, zeigt die aus Bremen stammende Band "De fofftig Penns". Seit drei Jahren widmet sie sich intensiv dem plattdeutschen Elektro-Hip-Hop - und das mit stetig wachsendem Erfolg. Am Sonnabend hat das Trio in Lilienthal den renommierten Heinrich-Schmidt-Barrien-Preis für den Erhalt der niederdeutschen Sprache erhalten - eine Auszeichnung, mit der zuvor bereits Ina Müller, die Gruppe Godewind und das Hamburger "Ohnsorg Theater" geehrt worden waren.
"Es ist schon was Tolles, wenn man mit 27 fürs Lebenswerk ausgezeichnet wird", kommentierte Bandmitglied Malte Battefeld die besondere Ehre. Zusammen mit den Bandmitglieder Torben Otten und Jakob Koehler bedankte er sich mit einem Auftritt in der Sankt-Jürgen-Kirche in Lilienthal für die Ehrung.
Der Ursprung von "De fofftig Penns" liegt bereits neun Jahre zurück. 2003 trafen sich Battefeld, Köhler und Otten beim freiwilligen Plattdeutsch-Unterricht an ihrer Schule in Bremen-Vegesack. Im Rahmen einer Projektarbeit schrieben die drei ihren ersten plattdeutschen Hip-Hop-Song. Dieser sollte wegweisende Bedeutung haben, denn es handelte sich dabei um eine Cover-Version des US-amerikanischen Rappers "50 Cent" - der Bandname war geboren.
Nach der Schulzeit schlief der plattdeutsche Hip-Hop zunächst wieder ein. Die drei Musiker zogen nach Berlin beziehungsweise Hamburg und konzentrierten sich auf Studium und Berufsausbildung. Den Anstoß für den zweiten Anlauf gab schließlich ein gemeinsamer Urlaub 2007. "Dort haben wir uns überlegt, dass wir das noch mal aufleben lassen wollen", sagte Battefeld NDR.de. Im Anschluss machte die Band erste Probeaufnahmen, die sie unter anderem im Internet veröffentlichte.
Bis zum ersten Auftritt dauerte es allerdings noch fast zwei weitere Jahre. Anfang 2009 bekamen die drei Musiker eine Anfrage, ob sie im Mai auf dem Bremer Kirchentag auftreten wollten. "Das war schon etwas komisch, da wir nie die Idee hatten, öffentlich zu spielen", sagt Battefeld. Ihr Live-Konzert auf dem Kirchentag wurde jedoch ein voller Erfolg, die Mundpropaganda nahm ihren Lauf und die Zahl der Buchungen stetig zu. "Wir hätten nie gedacht, dass unsere Musik so gut ankommt", so Battefeld rückblickend.
Mittlerweile hat die Band rund 25 Songs im Repertoire. Die meisten davon sind Cover-Versionen bekannter Musiker, doch langsam nimmt auch die Zahl der selbst komponierten Titel zu. Im November 2010 erschien mit Unterstützung eines Produzenten die erste eigene Single, bis zum Sommer sollen weitere folgen. Für die Texte ist Battefeld zuständig, der als einziges Bandmitglied fließend Platt spricht. "Die plattdeutsche Sprache liegt mir einfach am Herzen", sagt der 27-Jährige, der in Berlin Sprachwissenschaften studiert. "Sie gehört kulturell einfach zu mir."
Malte, Jakob und Torben (v.l.n.r.) haben kein Ziel - außer Spaß auf der Bühne.
Als Missionare des Plattdeutschen sehen sich "De fofftig Penns" allerdings nicht. "Wir haben kein Ziel", erzählte Battefeld im Gespräch mit NDR.de. "Wir wollen einfach Spaß haben und schöne Konzerte und Festivals spielen, mehr nicht." Bei der Aktion "Platt ist cool" haben die drei Hip-Hopper bereits vor Dutzenden kreischenden Schulklassen gespielt. Und wer weiß, vielleicht treten sie ja irgendwann auch einmal in einem Seniorenheim auf.