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Unbezahlte Überstunden bei der Meyer Werft

Der Geschäftsführer der Meyer Werft, Bernard Meyer, steht vor der Werfthalle. © dpa Fotograf: Carmen Jaspersen Detailansicht des Bildes Geschäftsführer Bernard Meyer vergleicht die Papenburger Werft mit einem Tanker, der den Kurs wechseln muss, um nicht aufzulaufen. Der verschärfte Wettbewerb im Schiffsbau geht auch am Kreuzfahrtspezialisten Meyer Werft nicht spurlos vorbei. Das Papenburger Unternehmen will deshalb in diesem Jahr 50 Millionen Euro einsparen. Dazu soll beispielsweise bei der Überstundenvergütung, Investitionen und Baustrategien der Rotstift angesetzt werden, wie die Geschäftsführer Bernard Meyer und Lambert Kruse am Mittwoch bekannt gaben. Den Sparplan hatten sie zuvor gemeinsam mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall ausgearbeitet. Auch die Belegschaft war aufgerufen worden, Vorschläge zu machen.

Neue Arbeitszeitmodelle, weniger Investitionen

Die 2.500 Mitarbeiter leisten mit rund zehn Millionen Euro ihren Beitrag zum Sparprogramm. Neben bis zu 70 unbezahlten Überstunden pro Person sollen die Kosten durch neue Arbeitszeitmodelle gesenkt werden. Dabei ist eine Wahlarbeitszeit zwischen 20 und 40 Stunden geplant sowie flexible Arbeitszeiten, bei der Minusstunden durch Mehrarbeit aufgerechnet werden. Bei einem guten Jahresergebnis können die finanziellen Einbußen durch eine Erfolgsbeteiligung wieder ausgeglichen werden. Entlassungen sind nicht geplant. Die Werft hat ihren Mitarbeitern in einem Zukunftstarifvertrag eine Beschäftigung bis zum Jahr 2016 zugesichert.

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Die "Celebrity Equinox" im Morgengrauen bei der Überführung Richtung Nordsee © ddp Fotograf: David Hecker
 
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Für die Schiffsbauer bedeuten sie harte Arbeit, für die Region wertvolle Jobs - aber für unzählige "Sehleute" sind sie vor allem wunderschöne Fotomotive: die Kreuzfahrtschiffe der Papenburger Meyer Werft.

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Darüber hinaus sollen die Ausgaben bei Wartungs- und Reparaturarbeiten gesenkt, Investitionen eingeschränkt und Baustrategien verändert werden. Auch bei den Zulieferern will die Meyer Werft sparen. Sämtliche Regelungen werden laut Geschäftsführung am 1. März in Kraft treten und gelten für zunächst zwei Jahre.

Starke Konkurrenz aus Asien

Firmenchef Meyer sagte in Papenburg, dass es bei den Einsparungen um die Überlebensfähigkeit der Werft gehe. Er verglich die Situation mit der eines Tankers, der seinen Kurs ändern müsse, um nicht auf Grund zu laufen. "Wir sehen eine ganz große Chance, dieses Unternehmen in eine langfristige Zukunft zu führen", so Meyer. Anders als die Märkte für Tanker und Containerschiffe wachse der für Kreuzfahrtschiffe zwar noch. Allerdings nehme die Konkurrenz aus Asien immer weiter zu.

Aufträge bis Herbst 2015

Bis Herbst 2015 sind die Papenburger noch mit Aufträgen ausgelastet. Dennoch gebe es bereits Überkapazitäten. Das ist laut Meyer auch der Grund, warum das Forschungsschiff "Sonne" nun nicht bei der Schwesterwerft Neptun in Rostock, sondern in Papenburg gebaut wird. Dasselbe gelte für einen Auftrag über ein Binnenkreuzfahrtschiff. Diese Entscheidungen gingen aber nicht zulasten der Neptun-Werft: "Papenburg hat schon oft Neptun geholfen, jetzt hilft Neptun Papenburg."

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Am frühen Sonnabendnachmittag hat die "AIDAstella", jüngstes Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft, nach 13 Stunden Emsüberführung den Emder Hafen erreicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 06.02.2013 | 18:00 Uhr

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Eine Lasermaschine schneidet durch Schiffsmaterial und schlägt dabei Funken. © Meyer Werft Fotograf: Meyer Werft
 

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